Erromango, Efata, Epi, Malekula, Ambryn und Pentacote

Das Village in Dilldonbay ist sehr überschaubar. Einige Male bekommen wir vom Kanu aus Früchte angeboten, es ist friedlich und still hier. Doch, da es recht offen ist, schaukeln die Boote auch im Schwell. Dicht an uns läuft eine Fähre vorbei, die am Strand anlanden will. Sie laden Dieselfässer und einiges andere ab, unter anderem eine Generator-Gruppe, etwa 1x2m groß und, wie ich später erfuhr, 720kg schwer. Etwa 10-12 Mann wuchten diese Gruppe von Strand weg, nur mit Manpower, eine Aktion bei der das Gehäuse schon einige Beulen erlitt. Als ich später an Land gehe, und mir den Generator ansehe, fällt mir einer der Männer auf, der an der Batterie rumfummelt, als wäre er „zuständig“. Als ich ihn frage, was er denn mache, meinte er, „die Batterie müsse raus“ .
Aha, denke ich, er will die klauen!?? Am nächsten Tag, ist die Batterie laienhaft ausgebaut, die Schrauben teils verloren, die Batterie hat also eine neue Bleibe gefunden!!
Wir lernen Jakob, einer der Chiefs kennen und besuchen sein „Village“. Es ist nur eine Häuseransammlung für seine Familie, das war’s. Aber wunderschön über der Bucht gelegen.
Nach einigen Tagen sind wir abends los, Rtg. Port Vila, der Hauptstadt Vanuatus!
Hier treffen wir einige bekannte Boote, gehen an eine der Marina-Moorings, denn zum Ankern ist es hier sehr tief! Die Einkaufsmöglichkeiten sind sehr gut, es gibt technisches und Lebensmittel. Nach zwei Tagen, wir planen schon die Weiterfahrt tanken wir per Kanister Diesel von der nahen Tankstelle. Ich fülle „Randvoll“, also hab ich 300ltr im Tank! Am nächsten Morgen, hatte ich so ein juckendes Gefühl im Ohr, das mir sagte; schau mal nach dem Niveau!! Gesagt getan, gewundert, der Niveauspiegel ist weg, also ist es weniger Diesel als am Vortag! Ein Blick in die Motorbilge zeigt……..Diesel!!!!!!
Mit Taschenlampe leuchte ich den Tank ab und entdecke ein Leck, hinten, unten. Der Tank ist fest unter dem achterlichen Bett eingebaut, man kann ihn nicht mal eben rausnehmen, schon garnicht aus dem Boot, das wußte ich!! Also, die 300ltr Diesel in zusammengeliehene Kanister gepumpt, den Tank ausgebaut und das durchgerostete Loch gesichtet! Zum Glück waren erst etwa 3ltr rausgeleckt. Die Sauerei bei 300ltr will ich mir gar nicht vorstellen. Ich habe selbst versucht das Loch zu schweißen, doch mangels Erfahrung habe ich dann doch prof. Hilfe in Anspruch genommen. Den Tank neu gestrichen und wieder eingebaut, alles gut!!!
Dann habe ich auch den linken Wasertank gesichtet und „ein“ Leck entdeckt! Nein, es waren etwa ein Dutzend Leckstellen, die sich im Laufe der Jahre am VA Tank durchgefressen hatten, aber eben nur so gaaanz kleine Leckagen, die teils 30 Minuten für einen Tropfen brauchten. Der gleiche Schweißer hat sich meines Problems angenommen. Nun sollte der Tank wieder dicht sein!
Nach dem Bunkereinkauf gehen wir in die Havanna-Bay einige NM weiter! Es ist abseits der Stadt, wild und ruhig! Auf dem Weg dahin sehe ich eine große Yacht, die sehr moderne schräge Masten zu haben scheint. Als wir näher kommen, entpuppt es sich als die Gold Blue, eine einstmals stolze Luxusyacht, 50m lang, die schräg auf einem steinigen Sandstrand liegt. Alle Segel sind angeschlagen, selbst die Schoten sind noch da, was in Vanuatu erstaunlich ist!!! Die Gold Blue soll 03/15 bei Taifun Pam dort hingelehnt sein, seither ist das Schiff dem „Untergang“ geweiht. Anwohner glauben noch, man könne sie da runterholen, aber die Bergungskosten übersteigen sicher den Zeitwert, mal abgesehen vom Zeitfrass, am Rumpf und allem!! Ein Trauriges Bild!
Dann liegen wir einige Tage an einem wunderschönen Strand. Die Einfahrt zu diesem Platz ist etwas trickreich, zudem sind die Lichtverhältnisse nicht sooo toll, aber mit Geduld und in den Mast klettern finde ich den Eingang! Die Karten sind hier in Vanuatu nicht so gut, dass man damit in solche Einfahrten findet. Da ist Augen-Navigation angesagt!
Weiter geht es über Amae nach Epi. In Epi liegen schon 3 Boote, alle in die Ecke gekauert, die Bucht ist nur bedingt geschützt. Es soll richtig doll Wehen, so sind wir auf der Hut, was da so kommt. Amiga und Pacifico wollen weiter nach Malekula. Das Wetter sieht am nächsten Tag brauchbar aus, doch die Vorhersage???? Ich gehe aus der Bucht raus. Der Wind ist auf 25kn gestiegen, alles machbar. Als Amiga dann auch kommt, sind es schon stramme 45kn Wind. Das müssen wir nicht haben, drehen ab und kehren 2 Std später zum Ankerplatz zurück. Auch die anderen Boote sind wieder da, eines mit zerfetztem Vorsegel. Am nächsten Tag laufen wir dann nach Malekula, entspannt und sicher! Die Gaspardbay hatten wir uns auf der Karte ausgesucht, sehr ruhig, urwüchsig, guter Boden und …… Dugongs!!! Hier sehen wir einige der Tiere, Seekühe!!! Sie schwimmen ganz friedlich nahe dem Boot. Es sind Pflanzenfresser und werden bis zu 400kg schwer!!
In Port Sandwich liegen wir auch gut, haben einigen Kontakt zu Lokals. Auf dem Markt erstehen wir etwas Obst, sonst passiert hier nicht viel.
Dann geht’s weiter nach Ambryn. An der nördlichen Huck schnarrt die Angel. Ich kämpfe eine ganze Weile mit einem recht grossen Fisch, sehe ihn auch teils an der Oberfläche. Aber im Endeffekt siegt der Fisch, die Leine reißt und ich gehe leer aus!
Wir Ankern vor einem schwarzen Sandstrand kurz vor der Dämmerung auf etwa 5 m. Durch den schwarzen Sand kann man nicht den Grund sehen, obwohl das Wasser glasklar ist! Auch hier kriegen wir immer mal einen Regenschauer ab, Tropen halt.
In der Nachbarbucht ist ein kleiner Wasserfall, den wir uns anschauen. Erst mit Kajak, dann mit Pacifico drehen wir eine Runde zu dem Wasserfall. In der steinigen Bucht wundern wir uns: die Uferfelsen ragen senkrecht aus dem Wasser und der Grund ist einige m weiter bis zu 90m !!!! tief!!! Wow, dass ist keine Bucht zum Ankern!
Wir erreichen Pentacote, die nächste Insel. Die Ankerplätze im südlichen Teil gefallen uns nicht, so kommen wir nach Bwatnapne. Auf der Karte ist auch diese Bucht mit Riffen gespickt, doch in der Realität ist sie sehr gut und klar zum Ankern zu gebrauchen. Morgens kommt ein Kanu, mit 14 Pampelmusen. Er fragt nicht nach Geld, so tausche ich mit 3 gebrauchten Poloshirts. Beide sind wir sehr zufrieden mit dem Deal. An Land, lernen wir Jakob kennen, einen Lehrer. Er zeigt uns stolz die Schule, fragt zu unserer Reise und schenkt uns Chuchu, Kasava und 2 Papayas! Schließlich fragt er nach einem Brasil-Shirt. Eines hab ich noch, dass er bekommt! Weiter geht’s nach Loltong, einer etwas tiefer eingeschnittenen Bucht. Auch hier wollen wir einen Starkwind abwettern. Hier ist das Dorfleben wieder mal sehr viel lebendiger, als in den bisherigen Vanuatu Dörfern, die wir besuchten. Wir werden von Mathew empfangen. Er betreibt den hiesigen „Yachtclub“. Hier entdecken wir einige Flaggen von uns bekannten Booten. Mathew geht mit uns durch die sehr schön angelegten Straßen und erklärt uns so einiges. Bei einem Steinofen, der gerade angeheizt wird, bestellen wir zum nächsten Morgen ein Brot. Ich hole es dann am Morgen um 8 Uhr ab. Ein sehr ordentliches, weiches Weizenbrot.