Neuer Saisonstart in Buenos Aires Neue Bilder von BA

Donnerstag, 08. Januar 2015
Das neue Crew-Mitglied Hilde reist an ……

Hermann und ich sind am Dienstag morgen gut in Buenos Aires angekommen.
Ich hatte am Montag vor dem Weiterflug nach Paris noch viel Zeit um mir etwas Amsterdam anzusehen. Die Innenstadt und SehenswĂŒrdigkeiten sind vom Flugplatz ganz bequem mit der Bahn zu erreichen gewesen. Wenn man noch nicht dort war, absolut sehenswert.

In Paris habe ich dann Hermann getroffen und eine SitzplatzĂ€nderung fĂŒr den Flieger nach BA, damit wir auch wirklich gemeinsam fliegen konnten, war gar kein Problem. Wir hatten sogar im Mittelteil vier SitzplĂ€tze nebeneinander – nur fĂŒr uns – und ich habe mich praktisch wie im Bett ausstrecken können und die ganze Nacht geschlafen. Das war schon richtiger Luxus. Nur mit den vier Stunden Zeitumstellung komme ich noch nicht klar. Ich bin morgens um 4h wach – in Deutschland also 8h. Das wird wohl noch etwas dauern.

Unsere Ankunft in der Marina, in der die PACIFICO liegt, war dann etwas feucht. Sommergewitter mit viel Regen. Aber trotzdem warme Temperaturen und nicht so kalt wie in Deutschland.

Gestern haben wir dann angefangen, das Boot aufzurĂ€umen. Ich habe zum Einzug freie Hand und darf rĂ€umen, wie ich möchte. Hermann hat gestern einen Tischler bestellt, damit ich auch noch zusĂ€tzliche Regale in den SchrĂ€nken bekomme. Es wird sonst schwierig alles zu verstauen. Beide zusammen haben wir einfach zu viel Zeug 😉

Das Boot ist toll. Ich freue mich schon darauf, wenn es dann nĂ€chste Woche hoffentlich losgeht. FĂŒr den Unterwasseranstrich muss PACIFICO noch aus dem Wasser. Aber hier in der Marina ist der Traktor kaputt, der benötigt wird, um das Boot herauszuziehen. Das dauert mindestens noch bis nĂ€chste Woche. Aber es ist auch so noch einiges zu tun, vom Einkaufen bis zu BehördengĂ€ngen.

Das schöne ist, dass Hermann in Brasilien ein Seglerpaar, Javier und Graciella, in Brasilien kennen gelernt hat, die hier in BA wohnen. Gestern Abend haben sie uns abgeholt, wir haben haben etwas ’sight-seeing‘ gemacht und waren anschließend gemeinsam Essen. Die beiden sind sehr nett und ganz unkompliziert, sprechen aber nur Spanisch. FĂŒr Hermann nicht so problematisch, da er ja portugiesisch spricht. Was ich dann so gar nicht verstehe, kann er mir dann ĂŒbersetzen 🙂
Und nÀchste Woche sind wir bei den beiden zum 60. Geburtstag von Javier eingeladen. Ich bin schon gespannt, wie die Argentinos feiern.

Wenn wir uns hier so umschauen, könnte die Marina auch fast an der Schlei liegen, so grĂŒn und bewaldet ist es rund herum. Und gerade nachts und morgens völlig still. Die ersten GerĂ€usche morgens sind der Vogelgesang bis es rundherum so langsam alles erwacht.

Freitag, den 9.1.2015
Es ist schon hilfreich Freunde vor Ort zu haben. Javier hat sich heute ausschließlich fĂŒr uns Zeit genommen. Angefangen mit neuen Batterien fĂŒr Pacifico, und wiegen um die 70 kg, die Glasflaschen fĂŒllen, zum Zoll und zur PrĂ€fektur, um die entsprechenden Genehmigungen einzuholen, das der Zollverschluss aufgehoben wird und das Boot nĂ€chste Woche fĂŒr den Unterwasseranstrich aus dem Wasser darf. Das alleine war schon eine halbe Stadtrundfahrt. Dann ein GeschĂ€ft fĂŒr die Farbe zu finden, fĂŒr den Unterwasseranstrich, wo QualitĂ€t und Preis stimmen, Beizmittel fĂŒr das Holz und noch so einiges. Ausserdem nicht zu vergessen Hildes Regale, die in den die SchrĂ€nke eingebaut werden sollen. Der Tischler vor Ort war viel zu teuer. Also die gĂŒnstigere Variante: selber bauen. DafĂŒr ist Material vom HolzhĂ€ndler erforderlich. Nur der HĂ€ndler, den Javier vorgeschlagen hat, ist inzwischen in einen anderen Stadtteil gezogen. Und zwar gegenĂŒber der PrĂ€fektur, bei der wir morgens schon waren. Also die Strecke wieder zurĂŒck. Dann erst einmal die schweren Batterien auf die Pacifico bringen, damit der Honda von Javier nicht all zu sehr leidet. Er ist schließlich nicht mehr der JĂŒngste. Und weiter geht es nach Belgrano, um die Körner fĂŒr die MĂŒhle zu besorgen. Denn das Brot wird ja selbst gebacken und dafĂŒr auch das Mehl selbst gemahlen. Und frisches Korn gibt es eben nur im „chinesischen“ Viertel in Belgrano. Dort gibt es dann auch Haferflocken und NĂŒsse und was man sonst noch fĂŒr ein MĂŒsli benötigt. Wir nutzen auch gleich die Gelegenheit noch einmal einzukaufen. Jede Flasche , die wir nicht tragen mĂŒssen, erleichtert uns natĂŒrlich das Leben. Und wann haben wir schon einmal ein Auto mit Chauffeur, der uns bereitwillig durch die ganze Stadt fĂ€hrt.
Ganz nebenbei gewinnt man vielfĂ€ltige EindrĂŒcke de Stadt. Der Vorort SAN Fernando wirkt sehr einfach. Viele kleine Handwerksbetriebe und GeschĂ€fte prĂ€gen das Bild. Und bei einigen GeschĂ€ften muss man klingeln um eingelassen zu werden. Der Laden, bei dem wir die Glasflaschen fĂŒllen lassen, hat sogar den Tresen mit einem „GefĂ€ngnisgitter“ vom restlichen Verkaufsraum getrennt. Das wirkt schon etwas seltsam. Die Straßen sind holprig, teilweise mit tiefen Schlaglöchern. Das braucht ein Auto schon gute StoßdĂ€mpfer.
Dann fÀhrt man in das Nachbarviertel nach Tigre und kommt in eine andere Gegend. Am Fluss wurde der Stadtteil offenbar neu geplant und touristisch in Szene gesetzt. Aus dem alten Casino und dem Park am Fluss wurde in 10 jÀhrigen sanierungsarbeiten ein wunderschönes Kunstmuseum, dass vom Stil an das Schweriner Schloss erinnert. Auch die anderen gepflegten GebÀude in dem Viertel wirken eher europÀisch mit englischem Tudor- oder frÀnzözischem Baustil.
FĂ€hrt man dann nach Belgrano Ă€ndert sich wieder das Bild. Die GebĂ€ude werden höher, die GeschĂ€fte luxuriöser. Hier ist die Metropole deutlich spĂŒrbar.
Als wir nach fast 8 Stunden endlich wieder an Bord sind mit all unseren EinkĂ€ufen und Erledigungen, sind wir ziemlich geschafft, aber auch glĂŒcklich dass wir heute so vieles erledigen konnten, was fĂŒr unsere Weiterreise wichtig ist.
Nun sind wir gespannt. In der Marina findet heute Abend offenbar eine große Hochzeitsfeier statt. Wir hoffen auf ein nĂ€chtliches Feuerwerk, dass unsere so erfolgreichen Tag krönen wĂŒrde.

Samstag, den 10.1.2015
Wer denkt, das Seglerleben ist einfach, der sollte mal ein paar Tage an Bord bei uns verbringen. Wir liegen hier in Barlovento nicht am Steg, sondern an Bojen. Eigentlich prima. Anderseits muss alles per Boot an Bord gebracht oder auch von Bord gebracht werden. Bei einen kleinen MĂŒlltĂŒte kein Problem. Mit 70 kg schweren Batterien ist das schon anders. Da haben Hermann und Javier gestern schon ganz schön ran mĂŒssen. Und heute hat Hermann nun die alten gegen die neuen Batterien getauscht. Schwerstarbeit unter Deck bei Temperaturen so um die 30 Grad. Wir sind froh, das alle AnschlĂŒsse passen die Bord-Elektrik hinterher wieder einwandfrei funktioniert. Auch die EinkĂ€ufe von gestern sind jetzt alle fĂŒr die nĂ€chsten Monate gut verstaut. Das kĂŒhle Bier anschließend ist mehr als verdient, auch fĂŒr die Zuschauerin 😉

Sonntag, den 11.1.2015
Heute kommen Javier und Graciella zu Besuch. Wir wollen Grillen und gemeinsam einen schönen Tag miteinander verbringen. Klar das wir morgens PACIFICO erst einmal auf Vordermann bringen. Wir wollen schließlich glĂ€nzen und freuen uns im Stillen spĂ€ter ĂŒber Graciellas Bemerkung, man wĂŒrde doch merken, dass jetzt auch ein Frau an Bord ist.
Wo wir noch nicht so richtig mit klar kommen, ist das ZeitgefĂŒhl der Argentinier: 12.00 h war vereinbart. Damit hatten wir aus der Erfahrung schon einmal nicht gerechnet sondern eher 12.30 h. Letztendlich kamen die beiden dann so gegen 13.30 h. Offenbar hat man hier etwas andere Uhren. Aber dem Salat und Fleisch macht das ja nichts aus. Es ist ein toller Nachmittag und das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.

Montag, den 12.1.2015
Es ist sonnig und heiß. Wir vertreiben uns die Zeit nach dem FrĂŒhstĂŒck mit Kleinigkeiten, weil es fehlt noch das Holz fĂŒr die neuen Regale. Es können deshalb noch nicht alle Sachen untergebracht werden. Und als nĂ€chstes liegen die grĂ¶ĂŸeren Arbeiten an, fĂŒr die PACIFICO jedoch aus dem Wasser muss. Also starten wir eine kleine Spritztour flussaufwĂ€rts und Hilde darf das erste Mal ans Ruder. Wir sehen vieles, was wir mit Javier und Graciella vom Land aus gesehen haben, jetzt vom Wasser aus, wie das alte Casino, das heute ein Kunstmuseum ist oder die alte Werft, auf der jetzt doch wieder gearbeitet wird. Wir wundern uns ĂŒber die vielen SchrottkĂ€hne, die am Ufer vertĂ€ut, aber manchmal schon halb versunken im Wasser liegen. Wie lange die dort wohl schon liegen und wie lange die dort wohl noch liegen werden??? Bis sie ganz verrottet sind oder dann doch vorher entsorgt werden?
WundĂ©rschön sind die Cottages mit ihren eigenen Bootsstegen, die zwischen den vielen Marinas liegen. Wir sehen viele große Hallen, in denen Motorboote gelagert werden. Bis zu 6 Reihen ĂŒbereinander und sicherlich bis zu 15 – 20 Booten nebeneinander, die nach Bedarf ĂŒber Lifte aus uns ins Wasser gebracht werden. Man könnte glauben, dass jeder Argentinier ein Boot hat.

Als wir nachmittags zurĂŒck sind, liefert uns der vereinseigene Hafentransfer, das Regalholz und die frisch gefĂŒllte Gasflasche. Javier hat also Wort gehalten und die bestellten Sachen vorbei gebracht. Es ist schon toll, wenn man solche Freunde vor Ort hat. Und noch bevor es dunkel wird, sind die Regale fertig zugeschnitten und eingepasst.
Wir holen im letzten Tageslicht noch die Genua herunter. Denn morgen frĂŒh wird um 8.00 h gekrant und PACIFICiO aufs trockene gesetzt, und dafĂŒr muss aus SicherheitsgrĂŒnden die Genua runter.
So gibt es erst um 22.00 h Abendessen vom Grill.

Dienstag, den 13.1.2015
Wir stehen frĂŒh auf, denn um 8.00h kommt PACIFICO aus dem Wasser. Es ist Hochwasser. Höher als normal. Und Hermann muss das Kajak benutzen um die LandanschlĂŒsse, Wasser und Strom, einzuholen, bevor wir zum Kran fahren. Es regnet. Und bei Regen wird in Argentinien offenbar nicht gekrant. Wir drehen eine Runde ĂŒber den Fluss und sehen ein weiteres Schiff, das auch unverrichteter Dinge vom Kran zurĂŒck kommt. Als wir wieder an der Boje liegen, verstĂ€rkt sich der Regen noch. Sintflut !!!!! Und das Wasser steigt weiter. Selbst der Otter am Ufer und die Ente, die uns heute Morgen begrĂŒĂŸt haben, haben sich jetzt verzogen. Da bleibt nur Teetrinken und darauf hoffen, das es nachmittags besser wird.
Und es hat tatsÀchlich aufgehört zu regnen. Gegen 14.30 h geht PACIFICO doch heute noch aus dem Wasser. Es ist schon spannend, wie das so geht, wenn man es noch nicht erlebt hat. Jetzt pausiert PACIFICO auf 4 alten FÀssern und diversen BaumstÀmmen und Hölzern. Wir können mit den Arbeiten loslegen.

Mittwoch, den 14.1.2015
Nachdem gestern PACIFICO aus dem Wasser gekommen ist, hochdruckgereinigt und Seepocken abgespachtelt, geht es heute frĂŒh gleich ans Werk. ZunĂ€chst noch einmal alles genau anschauen – MĂ€ngel, die noch nicht gesehen wurden? DarĂŒber fĂ€llt das FrĂŒhstĂŒck flach und es gibt nur Tee und einen vorlĂ€ufigen Tagesplan. Am Ruder muss am unteren Ende ein kleiner Defekt mit Kunststoff gespachtelt werden. Die aufgefressene Anode am Propeller hat Hermann gestern schon abgebaut. Ein neues Seeventil fĂŒr den Wassermacher soll gebohrt werden. In Höhe der Wasserlinie haben sich kleine BlĂ€schen gebildet. Gott sei Dank nur in der Farbe, also nicht die gefĂŒrchtete Osmose. Die Seepocken haben kleine kalkreiche Ringe hinterlassen. PACIFICO soll einmal angeschliffen werden – per Hand. An der Welle hat sich ein Simmerring gelöst, den Hermann aber wieder eindrĂŒcken kann. Die Frage ist, ob das hĂ€lt oder eine grĂ¶ĂŸere Reparatur fĂ€llig ist.
Wir sind glĂŒcklich, als wir uns um 13.30 h hinsetzen – alles erledigt inclusive einem ersten von drei neuen blauen Unterwasseranstrichen. Wir sind so gut vorangekommen, dass wir wohl am Freitag wieder ins Wasser können.
Das wir gearbeitet haben, kann jeder sehen. Wir sind ĂŒberwiegend blau und zwar von Kopf bis Fuß. Hermann sagt “ das dauert ein paar Tage , bis das wieder ab geht!!!“ Na, da werden die anderen GeburtstagsgĂ€ste Morgen Abend aber gucken, von welchen Stern wir wohl kommen! 🙂

Donnerstag, den 15.1.2015
Heute Morgen ist draußen alles nass vom Regen. Und es sieht weiter nach Regen aus. Also lassen wir uns beim FrĂŒhstĂŒck etwas mehr Zeit und warten erst einmal ab. Es kommen aber nur ab und zu ein paar Tropfen vom Himmel.
Hermann hatte gestern Abend noch einen kleinen Unfall und hat sich eine Rippe geprellt, als er ĂŒber eine der alten Batterien gestolpert ist. Gott sei dank ist nicht mehr passiert. Es ist wohl auch so schon schmerzhaft genug. Also beseitigen wir erst einmal die Unfallquelle. Die 70 kg Batterien werden mit Flaschenzug, den Hermann am Großbaum befestigt, ĂŒber Bord gehievt und zu Boden gelassen. FĂŒr den Abtransport mĂŒssen wir uns dann noch etwas ĂŒberlegen.
Bis mittags hat PACIFICO zwei weitere Unterwasseranstriche und die Regale ihre erste Lackschicht. Und auch die Sonne lÀsst sich jetzt wieder blicken, so das wir auch am Nachmittag noch ein wenig weiter werkeln können.

Javier’s Geburtstagsfeier
Ein Freund von Javier und Graciella wird uns abholen. Um 20.30 h. Wir ĂŒberlegen wie pĂŒnktlich das wohl sein wird und ob es nach unseren Erfahrungen mit dem argentinischen ZeitgefĂŒhl dann nicht wohl eher 21.00 h sein wird;-)
Um so ĂŒberraschter sind wir, als wir pĂŒnktlich am vereinbarten Treffpunkt dann schon ein wartendes Auto vorfinden. So etwas gibt es also auch! die Fahrt in den Stadtteil Bella Vista geht ĂŒber Tigre und dauert fast eine ganze Stunde. Gott sei dank wohnt er nicht nich weiter weg.
Die HĂ€user und Straßen wirken noch einfacher, als schon in SAN Fernando. Um so gespannter sind wir, was uns erwarten wird und wie Javier wohnt. Sein Haus mit den dahinter liegenden GartengerĂ€ten und Pool entpuppt sich als kleine Perle in dem doch eher etwas unscheinbaren und nicht so einladenden Viertel. Wir werden wie alte Freunde begrĂŒĂŸt und willkommen geheißen. Die GĂ€ste sind eine Mischung aus Familie, Freunden und „Seglern“ in allen Altersklassen. Und gesprochen wird Spanisch, Englisch, Portugiesisch, Französisch und auch manchmal Deutsch. Und Javier und Graciella haben richtig aufgetischt: verschiedene Pasteten, Vitello Tonato (Kalbfleisch mit Thunfisch), eingelegte Rinderzunge, Salate, KĂ€se, Brötchen, in die man die Fleischscheiben legt, kleine geröstete Brotscheiben mit KrĂ€utern, Pommes grill WĂŒrste und Fleisch, Eis, Kuchen und Geburtstagstorte. Wer hier nicht satt wird, ist wirklich selbst schuld 😉
Es ist ein wirklich netter Abend mit vielen GesprĂ€chen und SpĂ€ĂŸen in den unterschiedlichen Sprachen. Gegen 2.00h morgens verabschieden wir uns von jedem Gast mit KĂŒsschen und freuen uns, dass wir einen so schönen Abend erlebt haben.

Freitag, den 16.1.2015
Heute Morgen um 7.00 h wurden wir quasi durch die Arbeiter aus dem Bett geworfen, die die verschiedenen StĂŒtzen unter PACIFICO versetzen, damit wir auch noch die restlichen Stellen streichen können.
Hermann macht sich auf den Weg, die nĂ€chsten BehördengĂ€nge zu erledigen, damit PACIFICO dann morgen wieder ins Wasser darf. Es ist schon problematisch, die Unterlagen vom Club zu bekommen, weil der Verantwortliche nicht da ist und trotz Absprache offenbar nichts vorbereitet hat. Dann folgt wieder das Ping-Pong-Spiel zwischen Zoll und PrĂ€fektur. Und obwohl Hermann hierin inzwischen richtig Übung hat, dauert es dennoch ein paar Stunden bis er wieder da ist. Wie macht das nur jemand mit geringeren Sprachkenntnissen???!!!
Es sind noch ein paar kleinere Arbeiten zu erledigen und dann noch den Rumpf polieren und anschließend wachsen und polieren. Die Propeller Anode wird erst morgen angebaut. Wer weiss schon, wer so ein spezielles Teil gut gebrauchen kann, das hier schwer bzw. gar nicht zu bekommen ist. Bis morgen frĂŒh um 14.00 h soll alles fertig sein. Dann geht es zurĂŒck ins Wasser.

Sonnabend, den 17.1.2015
Um 6.00 h frĂŒh ist Hermann schon draußen, um die Steuerbordseite von PACIFICO zu polieren. Vor dem Wassern soll auch noch eine Wachsschicht drauf. Das geht zu zweit dann ziemlich flott, wie wir feststellen. Noch am Kran hĂ€ngend prĂŒft Hermann, ob das neue Loch im Rumpf fĂŒr den Wasserbereiter wirklich dicht ist. Alles gut.
Und dann beeilen wir uns, an die Boje zu kommen. Javier und Graciella, Fernando sowie ein französischer Ehepaar warten auf uns im Clubrestaurant zum Churrasco und Wein. Wir verbringen zu siebent ein angenehmen Nachmittag, den wir auf dem Boot, vier LiegeplĂ€tze neben PACIFICO ,ausklingen lassen. Auf dem Weg dorthin laden wir die Weinladung fĂŒr die nĂ€chsten Monate, die Javier mitgebracht hat, schon mal auf dem Boot ab. Verstauen tun wir das abends mit den AufrĂ€umarbeiten, die noch vom Kranen ĂŒbrig sind.

Sonntag, den 18.1.2015
Wir hĂ€tten heute ausschlafen können, stehen aber trotzdem schon frĂŒh auf. Bis mittags ist das Deck geschrubbt, alles Werkzeug weggerĂ€umt und die ersten Gulaschkonserven fĂŒr die Reise gekocht. Wir lassen es uns noch einmal gut gehen und gehen zum Chrurrasco ins Restaurant, bevor wir heute noch weitere VorrĂ€te einkaufen.
Wir haben in den letzten 12 Tagen viel geschafft. PACIFICO hat neue Batterien bekommen, Ölwechsel, einen neuen Unterwasseranstrich, wurde poliert und gewachst, viele weitere kleine Reparatur- und Wartungsarbeiten. Und nicht zu vergessen neue Schrankregale fĂŒr Hilde.
Es war eine schöne Zeit hier im Club Barlovento in San Fernando, die jetzt zu Ende geht. Morgen geht es dann ins Zentrum in den Club Argentino.

Montag, der 19.1.2015
Heute geht es los Richtung SĂŒden. Erster Zwischenstopp, bevor es nach Mar del Plata weiter geht, ist Buenos Aires City, Yachtclub Argentina. Doch als wir morgens wach werden regnet es in Strömen. WĂ€hrend wir auf besseres Wetter hoffen und auch noch auf Javier warten, erledigen wir die letzten Arbeiten, die noch ĂŒbrig geblieben sind, nachdem wir wieder ins Wasser gekommen sind. Gegen Mittag scheint es endlich etwas auf zu klaren. Und Javier kommt endlich. Der hat offenbar auch gewartet, dass es trocken wird. Es ist schon fast 3 Uhr, bis wir endlich los kommen um noch zu tanken. Rund 500 Liter Diesel soll PACIFICO fĂŒr die Fahrt nach SĂŒden aufnehmen. Nur die Tankstelle, die wir anlaufen, ist geschlossen. Wir beschließen es direkt in BA noch einmal zu versuchen.
Der Club Barloventa hat uns in Buenos Aires angekĂŒndigt. Es gibt deshalb keine Probleme mit einem Liegeplatz und das Wassertor zum Yachtclub Argentino wird uns ohne Diskussion direkt geöffnet. Der Service hier ist sehr zuvorkommend und das festmachen dadurch ein Kinderspiel.
Dienstag, den 20.1.2015
Der heutige Tag ist Buenos Aires gewidmet. Wir machen uns zu Fuß auf in die Innenstadt, die nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt liegt. Im Umfeld des Hafens sind in den letzten Jahren viele moderne  HochhĂ€user entstanden, die auch optisch BA den Flair einer Metropole geben, denn jedes ist offenbar einzigartig und hat bestimmt einen Architektenpreis gewonnen.
Die City hat natĂŒrlich unendliche Einkaufsmöglichkeiten und ist das reinste Shopingparadies. Schwer fĂŒr „Frau“ sich da zurĂŒck zu halten 😉  Wir legen in einem Cafe eine Pause ein und beschließen, dass es am Besten ist, eine Stadtrundfahrt per Bus zu machen. Nachdem wir die Ticckets hierfĂŒr erstanden haben, mĂŒssen wir jedoch an der Bushaltestelle rund eine Stunde und diverse Busse anstehen, wobei man scheinbar bestimmte Uhreziten mit dem Ticket buchen konnte. Das System erschließt sich uns einfach nicht. Aber irgendwann sitzen wir dann doch im Bus, obere Etage unter freiem Himmel, und haben dreieinhalb Stunden Stadtrundfahrt vor uns. Die Stadtteile, durch die wir fahren, sind sehr unterschiedlich – wie zu erwarten. BA besteht aus 48 verschiedenene Bezirken, die aus der Föderation der unterschiedlichen Dörfer, Orte und StĂ€dte hier im Umfeld entstanden ist. La Boca gefĂ€llt uns am wenigstens. Mehr wie Slums und wir steigen auch nicht aus, um die Pause in dem angepriesenen Restaurant fĂŒr ein GetrĂ€nk zu nutzen. Aber insgesamt ist die Stadt durch die Breite der Straßen großzĂŒgig angelegt. Die Ă€lteren HĂ€user sind ĂŒberwiegend zweigeschossig mit Balkonen und nachtrĂ€glich Airkondition. Zwischen zwei HochhĂ€usern, wie eingeklemmt, eine kleine alte Kirche. So finden sich fast ĂŒberall unterschiedliche Stilrichtungen miteinander verbunden, an denen man auch die Bauzeit erkennen kann. Nach dem Bericht des StadtfĂŒhrers könnte man glauben, das BA erst im 19ten Jahrhundert entstanden ist. Doch hin und wieder kommt dann doch ein Hinweis auf ein GebĂ€ude aus dem 16ten Jahrhundert. Es ist eben SĂŒdamerika und nicht Europa, wo historische GebĂ€ude nicht so ungewöhnlich sind. Insgesamt finden wir die Metropole schön mit ihrem Flair der sĂŒdlĂ€ndischen Lebensweise.
Mittwoch, den 21.1.2015
Heute steht der nĂ€chste Behördengang an: bei der PrĂ€fektur die Abreise nach Mar del Plata anmelden. Im November hat Hermann das teilweise mit dem Taxi erledigt. Da er jetzt ortskundig ist, gehen wir die halbe Stunde zu Fuß und kaufen auf dem RĂŒckweg noch einmal Obst und GemĂŒse ein. Am meisten Sorgen macht uns jetzt noch das Tanken. Der Yachtclub hat eine eigene Tankstelle. Wegen der Tankmenge und auch wegen der Bezahlung gibt es einige Diskussionen. Wir ĂŒberlegen schon, welche Alternativen es gibt, um an die benötigte Menge Diesel zu kommen. Wir sind froh, als sich letztendlich herausstellt, dass wir volltanken können und nur die Bezahlung in zwei Schritten erfolgt: Die erste HĂ€lfte vor dem Tanken, der Rest danach. Was auch immer der Hintergrund fĂŒr diese komplizierte Art ist, wir sind eben nicht in Deutschland. Und Hauptsache, wir haben jetzt die Tanks fĂŒr Patagonien gefĂŒllt, damit es Morgen frĂŒh, wenn die Windrichtung, wie vorausgesagt stimmt, losgehen kann.

 

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