Auf den Weg nach Süden von BA nach Ushuaia

Sonnabend, den 24.1.2015
Wir sind am Donnerstag morgen gegen 9.00 h aufgebrochen. Der angesagte, eigentlich für uns günstige Wind aus Nord-Ost drehte im Laufe des Tages mehrfach, teilweise bis zu 60 Grad auf Süd-Ost. Bis nachts um 12.00 h mussten wir so drei – vier Schläge machen, um um Puntas Piedra herum zu kommen, statt des geplanten direkten Törns. Außerdem frischte der Wind bis auf 32 Knoten auf und so kam Hermann erst nachts gegen 3.00 h etwas zum schlafen.
Am nächsten Morgen hatte uns dann auch endlich das braune Flusswasser des Rio de La Plata  hinter uns und es gab wieder sauberes klares Wasser. Hilde erholte sich sich etwas und war auch wieder ansprechbar ;-)
Von da an konnten wir die Reise etwas mehr genießen. Nachmittags haben wir bei traumhaften Atlantikwetter mit dem letzten “Landwasser” im Cockpit geplanscht und geduscht bis der Tank leer war und mit frischen Wasser aus dem Wasserbereiter wieder aufgefüllt werden konnte. Mit dem frischen Wasser schmeckt auch der Tee wieder besser.
Heute Morgen gegen 4.30 h kam dann Mar Del Plata in Sicht. Die Stadt ist mit rund 750 tausend Einwohnern größer als erwartet. Mir müssen warten, bis wir in den hiesigen Yacht Club Argentino eingelassen werden.  Insgesamt ist das Clubpersonal hier offenbar nicht so freundlich wie in Buenos Aires.

Und schon geht auch der Papierkrieg wieder los. Gleich geht es also wieder zur Präfektur. Danach wollen wir uns hier in der Stadt noch frischem Gemüse und Obst versorgen. Außerdem brauchen wir noch eine neue “Pütz” (Eimer), die ist uns unterwegs irgendwie verloren gegangen ;-)

Sonntag, den 25.1.2015

Am frühen Morgen fahren schon die ersten Sportfischer aus dem Hafen und wecken uns mit dem Geräusch der Motorboote. Überhaupt ist schon gestern den ganzen Tag ein  Kommen und Gehen im Hafen, besonders eben Angler mit ihren Booten, aber auch viele Segler, die nur für ein paar Stunden heraus fahren. Es ist hier viel lebhafter als in Barlovento oder in Buenos Aires im Yacht Club Argentino.

Nach dem Frühstück marschieren wir los, um bei besten sommerlichen Wetter noch etwas von der Stadt zu sehen. Wir wundern uns, das,  wo es eigentlich jetzt hier Hochsaison ist, doch relativ wenig Menschen unterwegs sind und die Häuser überwiegend unbewohnt wirken. Abseits von der staubigen und meistenteils aus geschlossenen und zu vermietenden Geschäften bestehenden Hauptstraße ist der Ort sehr gepflegt und ansprechend. Mit netten kleinen Geschäften, Eisdielen und Restaurants. Die an der Seaside gelegenen Hochhäuser sind von schön angelegten Grünanlagen umgeben und es führen parallel zur Küstenlinie mehrere Promenaden und Fußwege  weiter in die Stadt hinein. Auf unserem Rückweg gehen wir unten am Strand entlang und wundern uns immer noch darüber, wie wenig hier los ist. Einige hundert südamerikanische “Strandkörbe” (kleine Zelte ausgerüstet mit Tisch und Stühlen) stehen in Reihen bis zum Wasser, werden aber offenbar kaum genutzt. Dazwischen schmale Strandabschnitte “publico”, also öffentlich. Wir fragen nach, wie das denn mit der Buchung so eines “Strandkorbes” funktioniert und erfahren, das alles ausgebucht ist. Wir sind nur zu früh dran am Tag. Ab frühen Nachmittag ist der Strand von Menschen überlaufen und wer nicht gebucht hat, bekommt kaum einen Platz. Insgesamt haben wir den Eindruck eines netten Urlaubsortes, an dem auch sonst noch so einiges geboten wird, wie beispielsweise die Open Air Bühne in der Nähe des Hafens, wo jeden Abend von mittwochs bis sonntags Betrieb ist.
Im Laufe des Nachmittags beschließen wir, doch noch die Nacht zu bleiben und erst morgen früh weiter zu segeln.
Hermann nutzt den Nachmittag dazu, die Angelausrüstung auf Vordermann zu bringen und kauft noch einige Tools dazu. Na, wenn die Fische jetzt unterwegs nicht beißen und unsere Vorräte ergänzen … :-)

 

 

Neuer Saisonstart in Buenos Aires Neue Bilder von BA

Donnerstag, 08. Januar 2015
Das neue Crew-Mitglied Hilde reist an ……

Hermann und ich sind am Dienstag morgen gut in Buenos Aires angekommen.
Ich hatte am Montag vor dem Weiterflug nach Paris noch viel Zeit um mir etwas Amsterdam anzusehen. Die Innenstadt und Sehenswürdigkeiten sind vom Flugplatz ganz bequem mit der Bahn zu erreichen gewesen. Wenn man noch nicht dort war, absolut sehenswert.

In Paris habe ich dann Hermann getroffen und eine Sitzplatzänderung für den Flieger nach BA, damit wir auch wirklich gemeinsam fliegen konnten, war gar kein Problem. Wir hatten sogar im Mittelteil vier Sitzplätze nebeneinander – nur für uns – und ich habe mich praktisch wie im Bett ausstrecken können und die ganze Nacht geschlafen. Das war schon richtiger Luxus. Nur mit den vier Stunden Zeitumstellung komme ich noch nicht klar. Ich bin morgens um 4h wach – in Deutschland also 8h. Das wird wohl noch etwas dauern.

Unsere Ankunft in der Marina, in der die PACIFICO liegt, war dann etwas feucht. Sommergewitter mit viel Regen. Aber trotzdem warme Temperaturen und nicht so kalt wie in Deutschland.

Gestern haben wir dann angefangen, das Boot aufzuräumen. Ich habe zum Einzug freie Hand und darf räumen, wie ich möchte. Hermann hat gestern einen Tischler bestellt, damit ich auch noch zusätzliche Regale in den Schränken bekomme. Es wird sonst schwierig alles zu verstauen. Beide zusammen haben wir einfach zu viel Zeug ;-)

Das Boot ist toll. Ich freue mich schon darauf, wenn es dann nächste Woche hoffentlich losgeht. Für den Unterwasseranstrich muss PACIFICO noch aus dem Wasser. Aber hier in der Marina ist der Traktor kaputt, der benötigt wird, um das Boot herauszuziehen. Das dauert mindestens noch bis nächste Woche. Aber es ist auch so noch einiges zu tun, vom Einkaufen bis zu Behördengängen.

Das schöne ist, dass Hermann in Brasilien ein Seglerpaar, Javier und Graciella, in Brasilien kennen gelernt hat, die hier in BA wohnen. Gestern Abend haben sie uns abgeholt, wir haben haben etwas ‘sight-seeing’ gemacht und waren anschließend gemeinsam Essen. Die beiden sind sehr nett und ganz unkompliziert, sprechen aber nur Spanisch. Für Hermann nicht so problematisch, da er ja portugiesisch spricht. Was ich dann so gar nicht verstehe, kann er mir dann übersetzen :-)
Und nächste Woche sind wir bei den beiden zum 60. Geburtstag von Javier eingeladen. Ich bin schon gespannt, wie die Argentinos feiern.

Wenn wir uns hier so umschauen, könnte die Marina auch fast an der Schlei liegen, so grün und bewaldet ist es rund herum. Und gerade nachts und morgens völlig still. Die ersten Geräusche morgens sind der Vogelgesang bis es rundherum so langsam alles erwacht.

Freitag, den 9.1.2015
Es ist schon hilfreich Freunde vor Ort zu haben. Javier hat sich heute ausschließlich für uns Zeit genommen. Angefangen mit neuen Batterien für Pacifico, und wiegen um die 70 kg, die Glasflaschen füllen, zum Zoll und zur Präfektur, um die entsprechenden Genehmigungen einzuholen, das der Zollverschluss aufgehoben wird und das Boot nächste Woche für den Unterwasseranstrich aus dem Wasser darf. Das alleine war schon eine halbe Stadtrundfahrt. Dann ein Geschäft für die Farbe zu finden, für den Unterwasseranstrich, wo Qualität und Preis stimmen, Beizmittel für das Holz und noch so einiges. Ausserdem nicht zu vergessen Hildes Regale, die in den die Schränke eingebaut werden sollen. Der Tischler vor Ort war viel zu teuer. Also die günstigere Variante: selber bauen. Dafür ist Material vom Holzhändler erforderlich. Nur der Händler, den Javier vorgeschlagen hat, ist inzwischen in einen anderen Stadtteil gezogen. Und zwar gegenüber der Präfektur, bei der wir morgens schon waren. Also die Strecke wieder zurück. Dann erst einmal die schweren Batterien auf die Pacifico bringen, damit der Honda von Javier nicht all zu sehr leidet. Er ist schließlich nicht mehr der Jüngste. Und weiter geht es nach Belgrano, um die Körner für die Mühle zu besorgen. Denn das Brot wird ja selbst gebacken und dafür auch das Mehl selbst gemahlen. Und frisches Korn gibt es eben nur im “chinesischen” Viertel in Belgrano. Dort gibt es dann auch Haferflocken und Nüsse und was man sonst noch für ein Müsli benötigt. Wir nutzen auch gleich die Gelegenheit noch einmal einzukaufen. Jede Flasche , die wir nicht tragen müssen, erleichtert uns natürlich das Leben. Und wann haben wir schon einmal ein Auto mit Chauffeur, der uns bereitwillig durch die ganze Stadt fährt.
Ganz nebenbei gewinnt man vielfältige Eindrücke de Stadt. Der Vorort SAN Fernando wirkt sehr einfach. Viele kleine Handwerksbetriebe und Geschäfte prägen das Bild. Und bei einigen Geschäften muss man klingeln um eingelassen zu werden. Der Laden, bei dem wir die Glasflaschen füllen lassen, hat sogar den Tresen mit einem “Gefängnisgitter” vom restlichen Verkaufsraum getrennt. Das wirkt schon etwas seltsam. Die Straßen sind holprig, teilweise mit tiefen Schlaglöchern. Das braucht ein Auto schon gute Stoßdämpfer.
Dann fährt man in das Nachbarviertel nach Tigre und kommt in eine andere Gegend. Am Fluss wurde der Stadtteil offenbar neu geplant und touristisch in Szene gesetzt. Aus dem alten Casino und dem Park am Fluss wurde in 10 jährigen sanierungsarbeiten ein wunderschönes Kunstmuseum, dass vom Stil an das Schweriner Schloss erinnert. Auch die anderen gepflegten Gebäude in dem Viertel wirken eher europäisch mit englischem Tudor- oder fränzözischem Baustil.
Fährt man dann nach Belgrano ändert sich wieder das Bild. Die Gebäude werden höher, die Geschäfte luxuriöser. Hier ist die Metropole deutlich spürbar.
Als wir nach fast 8 Stunden endlich wieder an Bord sind mit all unseren Einkäufen und Erledigungen, sind wir ziemlich geschafft, aber auch glücklich dass wir heute so vieles erledigen konnten, was für unsere Weiterreise wichtig ist.
Nun sind wir gespannt. In der Marina findet heute Abend offenbar eine große Hochzeitsfeier statt. Wir hoffen auf ein nächtliches Feuerwerk, dass unsere so erfolgreichen Tag krönen würde.

Samstag, den 10.1.2015
Wer denkt, das Seglerleben ist einfach, der sollte mal ein paar Tage an Bord bei uns verbringen. Wir liegen hier in Barlovento nicht am Steg, sondern an Bojen. Eigentlich prima. Anderseits muss alles per Boot an Bord gebracht oder auch von Bord gebracht werden. Bei einen kleinen Mülltüte kein Problem. Mit 70 kg schweren Batterien ist das schon anders. Da haben Hermann und Javier gestern schon ganz schön ran müssen. Und heute hat Hermann nun die alten gegen die neuen Batterien getauscht. Schwerstarbeit unter Deck bei Temperaturen so um die 30 Grad. Wir sind froh, das alle Anschlüsse passen die Bord-Elektrik hinterher wieder einwandfrei funktioniert. Auch die Einkäufe von gestern sind jetzt alle für die nächsten Monate gut verstaut. Das kühle Bier anschließend ist mehr als verdient, auch für die Zuschauerin ;-)

Sonntag, den 11.1.2015
Heute kommen Javier und Graciella zu Besuch. Wir wollen Grillen und gemeinsam einen schönen Tag miteinander verbringen. Klar das wir morgens PACIFICO erst einmal auf Vordermann bringen. Wir wollen schließlich glänzen und freuen uns im Stillen später über Graciellas Bemerkung, man würde doch merken, dass jetzt auch ein Frau an Bord ist.
Wo wir noch nicht so richtig mit klar kommen, ist das Zeitgefühl der Argentinier: 12.00 h war vereinbart. Damit hatten wir aus der Erfahrung schon einmal nicht gerechnet sondern eher 12.30 h. Letztendlich kamen die beiden dann so gegen 13.30 h. Offenbar hat man hier etwas andere Uhren. Aber dem Salat und Fleisch macht das ja nichts aus. Es ist ein toller Nachmittag und das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.

Montag, den 12.1.2015
Es ist sonnig und heiß. Wir vertreiben uns die Zeit nach dem Frühstück mit Kleinigkeiten, weil es fehlt noch das Holz für die neuen Regale. Es können deshalb noch nicht alle Sachen untergebracht werden. Und als nächstes liegen die größeren Arbeiten an, für die PACIFICO jedoch aus dem Wasser muss. Also starten wir eine kleine Spritztour flussaufwärts und Hilde darf das erste Mal ans Ruder. Wir sehen vieles, was wir mit Javier und Graciella vom Land aus gesehen haben, jetzt vom Wasser aus, wie das alte Casino, das heute ein Kunstmuseum ist oder die alte Werft, auf der jetzt doch wieder gearbeitet wird. Wir wundern uns über die vielen Schrottkähne, die am Ufer vertäut, aber manchmal schon halb versunken im Wasser liegen. Wie lange die dort wohl schon liegen und wie lange die dort wohl noch liegen werden??? Bis sie ganz verrottet sind oder dann doch vorher entsorgt werden?
Wundérschön sind die Cottages mit ihren eigenen Bootsstegen, die zwischen den vielen Marinas liegen. Wir sehen viele große Hallen, in denen Motorboote gelagert werden. Bis zu 6 Reihen übereinander und sicherlich bis zu 15 – 20 Booten nebeneinander, die nach Bedarf über Lifte aus uns ins Wasser gebracht werden. Man könnte glauben, dass jeder Argentinier ein Boot hat.

Als wir nachmittags zurück sind, liefert uns der vereinseigene Hafentransfer, das Regalholz und die frisch gefüllte Gasflasche. Javier hat also Wort gehalten und die bestellten Sachen vorbei gebracht. Es ist schon toll, wenn man solche Freunde vor Ort hat. Und noch bevor es dunkel wird, sind die Regale fertig zugeschnitten und eingepasst.
Wir holen im letzten Tageslicht noch die Genua herunter. Denn morgen früh wird um 8.00 h gekrant und PACIFICiO aufs trockene gesetzt, und dafür muss aus Sicherheitsgründen die Genua runter.
So gibt es erst um 22.00 h Abendessen vom Grill.

Dienstag, den 13.1.2015
Wir stehen früh auf, denn um 8.00h kommt PACIFICO aus dem Wasser. Es ist Hochwasser. Höher als normal. Und Hermann muss das Kajak benutzen um die Landanschlüsse, Wasser und Strom, einzuholen, bevor wir zum Kran fahren. Es regnet. Und bei Regen wird in Argentinien offenbar nicht gekrant. Wir drehen eine Runde über den Fluss und sehen ein weiteres Schiff, das auch unverrichteter Dinge vom Kran zurück kommt. Als wir wieder an der Boje liegen, verstärkt sich der Regen noch. Sintflut !!!!! Und das Wasser steigt weiter. Selbst der Otter am Ufer und die Ente, die uns heute Morgen begrüßt haben, haben sich jetzt verzogen. Da bleibt nur Teetrinken und darauf hoffen, das es nachmittags besser wird.
Und es hat tatsächlich aufgehört zu regnen. Gegen 14.30 h geht PACIFICO doch heute noch aus dem Wasser. Es ist schon spannend, wie das so geht, wenn man es noch nicht erlebt hat. Jetzt pausiert PACIFICO auf 4 alten Fässern und diversen Baumstämmen und Hölzern. Wir können mit den Arbeiten loslegen.

Mittwoch, den 14.1.2015
Nachdem gestern PACIFICO aus dem Wasser gekommen ist, hochdruckgereinigt und Seepocken abgespachtelt, geht es heute früh gleich ans Werk. Zunächst noch einmal alles genau anschauen – Mängel, die noch nicht gesehen wurden? Darüber fällt das Frühstück flach und es gibt nur Tee und einen vorläufigen Tagesplan. Am Ruder muss am unteren Ende ein kleiner Defekt mit Kunststoff gespachtelt werden. Die aufgefressene Anode am Propeller hat Hermann gestern schon abgebaut. Ein neues Seeventil für den Wassermacher soll gebohrt werden. In Höhe der Wasserlinie haben sich kleine Bläschen gebildet. Gott sei Dank nur in der Farbe, also nicht die gefürchtete Osmose. Die Seepocken haben kleine kalkreiche Ringe hinterlassen. PACIFICO soll einmal angeschliffen werden – per Hand. An der Welle hat sich ein Simmerring gelöst, den Hermann aber wieder eindrücken kann. Die Frage ist, ob das hält oder eine größere Reparatur fällig ist.
Wir sind glücklich, als wir uns um 13.30 h hinsetzen – alles erledigt inclusive einem ersten von drei neuen blauen Unterwasseranstrichen. Wir sind so gut vorangekommen, dass wir wohl am Freitag wieder ins Wasser können.
Das wir gearbeitet haben, kann jeder sehen. Wir sind überwiegend blau und zwar von Kopf bis Fuß. Hermann sagt ” das dauert ein paar Tage , bis das wieder ab geht!!!” Na, da werden die anderen Geburtstagsgäste Morgen Abend aber gucken, von welchen Stern wir wohl kommen! :-)

Donnerstag, den 15.1.2015
Heute Morgen ist draußen alles nass vom Regen. Und es sieht weiter nach Regen aus. Also lassen wir uns beim Frühstück etwas mehr Zeit und warten erst einmal ab. Es kommen aber nur ab und zu ein paar Tropfen vom Himmel.
Hermann hatte gestern Abend noch einen kleinen Unfall und hat sich eine Rippe geprellt, als er über eine der alten Batterien gestolpert ist. Gott sei dank ist nicht mehr passiert. Es ist wohl auch so schon schmerzhaft genug. Also beseitigen wir erst einmal die Unfallquelle. Die 70 kg Batterien werden mit Flaschenzug, den Hermann am Großbaum befestigt, über Bord gehievt und zu Boden gelassen. Für den Abtransport müssen wir uns dann noch etwas überlegen.
Bis mittags hat PACIFICO zwei weitere Unterwasseranstriche und die Regale ihre erste Lackschicht. Und auch die Sonne lässt sich jetzt wieder blicken, so das wir auch am Nachmittag noch ein wenig weiter werkeln können.

Javier’s Geburtstagsfeier
Ein Freund von Javier und Graciella wird uns abholen. Um 20.30 h. Wir überlegen wie pünktlich das wohl sein wird und ob es nach unseren Erfahrungen mit dem argentinischen Zeitgefühl dann nicht wohl eher 21.00 h sein wird;-)
Um so überraschter sind wir, als wir pünktlich am vereinbarten Treffpunkt dann schon ein wartendes Auto vorfinden. So etwas gibt es also auch! die Fahrt in den Stadtteil Bella Vista geht über Tigre und dauert fast eine ganze Stunde. Gott sei dank wohnt er nicht nich weiter weg.
Die Häuser und Straßen wirken noch einfacher, als schon in SAN Fernando. Um so gespannter sind wir, was uns erwarten wird und wie Javier wohnt. Sein Haus mit den dahinter liegenden Gartengeräten und Pool entpuppt sich als kleine Perle in dem doch eher etwas unscheinbaren und nicht so einladenden Viertel. Wir werden wie alte Freunde begrüßt und willkommen geheißen. Die Gäste sind eine Mischung aus Familie, Freunden und “Seglern” in allen Altersklassen. Und gesprochen wird Spanisch, Englisch, Portugiesisch, Französisch und auch manchmal Deutsch. Und Javier und Graciella haben richtig aufgetischt: verschiedene Pasteten, Vitello Tonato (Kalbfleisch mit Thunfisch), eingelegte Rinderzunge, Salate, Käse, Brötchen, in die man die Fleischscheiben legt, kleine geröstete Brotscheiben mit Kräutern, Pommes grill Würste und Fleisch, Eis, Kuchen und Geburtstagstorte. Wer hier nicht satt wird, ist wirklich selbst schuld ;-)
Es ist ein wirklich netter Abend mit vielen Gesprächen und Späßen in den unterschiedlichen Sprachen. Gegen 2.00h morgens verabschieden wir uns von jedem Gast mit Küsschen und freuen uns, dass wir einen so schönen Abend erlebt haben.

Freitag, den 16.1.2015
Heute Morgen um 7.00 h wurden wir quasi durch die Arbeiter aus dem Bett geworfen, die die verschiedenen Stützen unter PACIFICO versetzen, damit wir auch noch die restlichen Stellen streichen können.
Hermann macht sich auf den Weg, die nächsten Behördengänge zu erledigen, damit PACIFICO dann morgen wieder ins Wasser darf. Es ist schon problematisch, die Unterlagen vom Club zu bekommen, weil der Verantwortliche nicht da ist und trotz Absprache offenbar nichts vorbereitet hat. Dann folgt wieder das Ping-Pong-Spiel zwischen Zoll und Präfektur. Und obwohl Hermann hierin inzwischen richtig Übung hat, dauert es dennoch ein paar Stunden bis er wieder da ist. Wie macht das nur jemand mit geringeren Sprachkenntnissen???!!!
Es sind noch ein paar kleinere Arbeiten zu erledigen und dann noch den Rumpf polieren und anschließend wachsen und polieren. Die Propeller Anode wird erst morgen angebaut. Wer weiss schon, wer so ein spezielles Teil gut gebrauchen kann, das hier schwer bzw. gar nicht zu bekommen ist. Bis morgen früh um 14.00 h soll alles fertig sein. Dann geht es zurück ins Wasser.

Sonnabend, den 17.1.2015
Um 6.00 h früh ist Hermann schon draußen, um die Steuerbordseite von PACIFICO zu polieren. Vor dem Wassern soll auch noch eine Wachsschicht drauf. Das geht zu zweit dann ziemlich flott, wie wir feststellen. Noch am Kran hängend prüft Hermann, ob das neue Loch im Rumpf für den Wasserbereiter wirklich dicht ist. Alles gut.
Und dann beeilen wir uns, an die Boje zu kommen. Javier und Graciella, Fernando sowie ein französischer Ehepaar warten auf uns im Clubrestaurant zum Churrasco und Wein. Wir verbringen zu siebent ein angenehmen Nachmittag, den wir auf dem Boot, vier Liegeplätze neben PACIFICO ,ausklingen lassen. Auf dem Weg dorthin laden wir die Weinladung für die nächsten Monate, die Javier mitgebracht hat, schon mal auf dem Boot ab. Verstauen tun wir das abends mit den Aufräumarbeiten, die noch vom Kranen übrig sind.

Sonntag, den 18.1.2015
Wir hätten heute ausschlafen können, stehen aber trotzdem schon früh auf. Bis mittags ist das Deck geschrubbt, alles Werkzeug weggeräumt und die ersten Gulaschkonserven für die Reise gekocht. Wir lassen es uns noch einmal gut gehen und gehen zum Chrurrasco ins Restaurant, bevor wir heute noch weitere Vorräte einkaufen.
Wir haben in den letzten 12 Tagen viel geschafft. PACIFICO hat neue Batterien bekommen, Ölwechsel, einen neuen Unterwasseranstrich, wurde poliert und gewachst, viele weitere kleine Reparatur- und Wartungsarbeiten. Und nicht zu vergessen neue Schrankregale für Hilde.
Es war eine schöne Zeit hier im Club Barlovento in San Fernando, die jetzt zu Ende geht. Morgen geht es dann ins Zentrum in den Club Argentino.

Montag, der 19.1.2015
Heute geht es los Richtung Süden. Erster Zwischenstopp, bevor es nach Mar del Plata weiter geht, ist Buenos Aires City, Yachtclub Argentina. Doch als wir morgens wach werden regnet es in Strömen. Während wir auf besseres Wetter hoffen und auch noch auf Javier warten, erledigen wir die letzten Arbeiten, die noch übrig geblieben sind, nachdem wir wieder ins Wasser gekommen sind. Gegen Mittag scheint es endlich etwas auf zu klaren. Und Javier kommt endlich. Der hat offenbar auch gewartet, dass es trocken wird. Es ist schon fast 3 Uhr, bis wir endlich los kommen um noch zu tanken. Rund 500 Liter Diesel soll PACIFICO für die Fahrt nach Süden aufnehmen. Nur die Tankstelle, die wir anlaufen, ist geschlossen. Wir beschließen es direkt in BA noch einmal zu versuchen.
Der Club Barloventa hat uns in Buenos Aires angekündigt. Es gibt deshalb keine Probleme mit einem Liegeplatz und das Wassertor zum Yachtclub Argentino wird uns ohne Diskussion direkt geöffnet. Der Service hier ist sehr zuvorkommend und das festmachen dadurch ein Kinderspiel.
Dienstag, den 20.1.2015
Der heutige Tag ist Buenos Aires gewidmet. Wir machen uns zu Fuß auf in die Innenstadt, die nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt liegt. Im Umfeld des Hafens sind in den letzten Jahren viele moderne  Hochhäuser entstanden, die auch optisch BA den Flair einer Metropole geben, denn jedes ist offenbar einzigartig und hat bestimmt einen Architektenpreis gewonnen.
Die City hat natürlich unendliche Einkaufsmöglichkeiten und ist das reinste Shopingparadies. Schwer für “Frau” sich da zurück zu halten ;-)  Wir legen in einem Cafe eine Pause ein und beschließen, dass es am Besten ist, eine Stadtrundfahrt per Bus zu machen. Nachdem wir die Ticckets hierfür erstanden haben, müssen wir jedoch an der Bushaltestelle rund eine Stunde und diverse Busse anstehen, wobei man scheinbar bestimmte Uhreziten mit dem Ticket buchen konnte. Das System erschließt sich uns einfach nicht. Aber irgendwann sitzen wir dann doch im Bus, obere Etage unter freiem Himmel, und haben dreieinhalb Stunden Stadtrundfahrt vor uns. Die Stadtteile, durch die wir fahren, sind sehr unterschiedlich – wie zu erwarten. BA besteht aus 48 verschiedenene Bezirken, die aus der Föderation der unterschiedlichen Dörfer, Orte und Städte hier im Umfeld entstanden ist. La Boca gefällt uns am wenigstens. Mehr wie Slums und wir steigen auch nicht aus, um die Pause in dem angepriesenen Restaurant für ein Getränk zu nutzen. Aber insgesamt ist die Stadt durch die Breite der Straßen großzügig angelegt. Die älteren Häuser sind überwiegend zweigeschossig mit Balkonen und nachträglich Airkondition. Zwischen zwei Hochhäusern, wie eingeklemmt, eine kleine alte Kirche. So finden sich fast überall unterschiedliche Stilrichtungen miteinander verbunden, an denen man auch die Bauzeit erkennen kann. Nach dem Bericht des Stadtführers könnte man glauben, das BA erst im 19ten Jahrhundert entstanden ist. Doch hin und wieder kommt dann doch ein Hinweis auf ein Gebäude aus dem 16ten Jahrhundert. Es ist eben Südamerika und nicht Europa, wo historische Gebäude nicht so ungewöhnlich sind. Insgesamt finden wir die Metropole schön mit ihrem Flair der südländischen Lebensweise.
Mittwoch, den 21.1.2015
Heute steht der nächste Behördengang an: bei der Präfektur die Abreise nach Mar del Plata anmelden. Im November hat Hermann das teilweise mit dem Taxi erledigt. Da er jetzt ortskundig ist, gehen wir die halbe Stunde zu Fuß und kaufen auf dem Rückweg noch einmal Obst und Gemüse ein. Am meisten Sorgen macht uns jetzt noch das Tanken. Der Yachtclub hat eine eigene Tankstelle. Wegen der Tankmenge und auch wegen der Bezahlung gibt es einige Diskussionen. Wir überlegen schon, welche Alternativen es gibt, um an die benötigte Menge Diesel zu kommen. Wir sind froh, als sich letztendlich herausstellt, dass wir volltanken können und nur die Bezahlung in zwei Schritten erfolgt: Die erste Hälfte vor dem Tanken, der Rest danach. Was auch immer der Hintergrund für diese komplizierte Art ist, wir sind eben nicht in Deutschland. Und Hauptsache, wir haben jetzt die Tanks für Patagonien gefüllt, damit es Morgen früh, wenn die Windrichtung, wie vorausgesagt stimmt, losgehen kann.

 

Buenos Aires Neue Bilder aus Uruguay!

Um 11:00 Ortszeit laufen wir in den Yacht Club Argentina ein! Ein Luis hatte mich angemeldet, wie weiß ich nicht, er ist kein Mitglied!! Aber viele wußten, dass wir kommen!!
Etwa eine Std. nachdem wir fest lagen, kam Luis vorbei!! Er hat mir sehr freundlich einen Stadtplan, Karte für den öffentlichen Nahverkehr und 500 Pesos mitgebracht!! Wir sind dann zum Reden in das Club Bistro gegangen, da ich an Bord kein Bier mehr habe!! Luis will sich auch um allerlei Dinge für mich erkundigen!! Luis habe ich in Punta Del Este kennengelernt, weil er einen Wasserschlauch brauchte, und sich meinen geborgt hat. Er hatte selbst eigene Boote, jetzt ist er aber nur noch Mitsegler! Das Wasser hier ist sehr braun und unansehnlich!!
Mo.24.11. Morgens habe ich einen Stadtrundgang gemacht. Die Stadt ist sehr europäisch, sehr sauber!! Die Hochhäuser, erscheinen alle sehr gepflegt. Im Hafengebiet gibt es eine Art “Hafencity” zum verwechseln ähnlich!!!
Freitag, den 28.11. gestern sind wir vom YCA nach Barlovento umgezogen. Hier soll PACIFICO den Dezember über liegen!!
Am Dienstag, habe ich mit Emiliano Kontakt gehabt, und ihn gebeten im Büro auf mich zu warten, um die Tasche in Empfang zu nehmen!! Nach einer Std. Taxi haben wir es gefunden, und tatsächlich die Tasche bekommen!!! Sie war in Platik eingewickelt, verplombt und mit etlichen Reisestreifen versehen!! An Bord habe ich sie erstmal abgestellt und bin im Bistro ein Bier trinken gegangen!!! Da habe ich mich mit Luis zum Abendessen verabredet, die Tasche sollte gefeiert werden!!
So haben wir es gemacht, ohne dass ich die Tasche geöffnet habe!!! Der Abend mit Luis war sehr nett!! Gegen 23:00 haben wir uns vor dem Lokal getrennt, ich bin mit einem Taxi zum Yachtklub gefahren!
Mittwoch habe ich die Tasche ausgepackt! Es ist alles da, was drinnen sein sollte!! Die Tasche ist an einer Ecke aufgeplatzt, das sehe ich aber als Produktfehler der Tasche!!
Meine Theorie: die Tasche enthielt etliche Kabel aus Kupfer, in beträchtlicher Menge!! Und ein Autoradio, und auch einige Kartuschen Silikon!! Das hat auf dem HH Flughafen zu einer Gepäckkontrolle geführt, wodurch die Tasche den Flieger verpasst hat!! Außerdem haben die Kontrolleure eine Teepackung aufgeschnitten, und diese nicht wieder verklebt!!! Das führte dazu, dass einiges der Wäsche wie paniert war!! Eine echte Sauerei!!!
Wie auch immer, ich bin glücklich, die Tasche wieder zu haben!!
Heute, Freitag habe ich morgens damit angefangen die Fenster mit dem Panthera abzudichten. Nachher setzte ich die Rahmen noch ein!! Morgen Abend soll es Regnen, dann sehe ich ob sich die Arbeit gelohnt hat!!
Diese Meldung kommt, wenn auch etwas verzögert auf Drängen einer sehr guten Freundin!! Hahahaha
Dienstag, der 2.12. hier im Club habe ich nun 3 Tage auf den Zoll gewartet! Nach einer Sichtprüfung sind die Zöllner wieder abgezogen. Ich solle nochmal zum Zoll, dann zur Prefektur, und wieder zum Zoll!! Mit Taxi kein wirkliches Problem, aber es hat 1,5 Std gedauert! Nun sind meine Papiere für die Reise morgen fertig!!
Pacifico macht wieder eine einmonatige Pause! Am 6.1. komme ich wieder aufs Boot!

Uruguay- Colonia Del Sacramento

Donnerstag, den 6.11. sind wir früh morgens gegen 5 Uhr Anker auf gegangen! Der Wind ist wunderbar und passend! Anfangs viel Welle und Schwell, was sich aber nach etwa einer Std gegeben hat! Den ganzen Tag über rauschen wir , bei schönstem Wetter dahin, RTg La Paloma in Uruguay! Die Nacht zu Freitag ist auch gut! Morgens um 5 schläft der Wind ein und Jan darf ran! Gegen 14:00 erreichen wir La Paloma! Auf der Strecke habe ich etliche Seelöwen und einen Hammerhai gesehen!! Mein erster Hai, den ich sehe, überhaupt!!! Der Ort ist recht armselig! Auch der Hafen gibt nicht viel her! Heute, Montag bin ich erstmal los, um ein 3G Chip zu kaufen! Nach anfänglichen Schwierigkeiten, geht es nun! Morgen soll es regnen! Wir warten auf ein passenden Wind um weiter westlich zu laufen!!
Meine 32 kg Reisetasche bleibt verschollen!
12.11. gestern kommen wir um 16:30 in Punta del Este an! Eine recht unfreundliche Dame am Funk sagte mir, ich solle eine Boje nehmen! Hier haben wir eine ruhige Nacht verbracht! Heute, am Vormittag, bin ich dann zu den Behörden! Im Marinabüro sagte man mir als erstes, ich könne an der Boje nicht bleiben, die seien für Jahreslieger! Der Herr beim Zoll hat mich dann erstmal zum Fotokopieren geschickt, aber ohne mir zu sagen , wo!!! Nunja, nach 2 Std. War ich mit dem Papierkram durch!!
Jetzt zu Mittag habe ich also in die Marina verholt. Für den Stomanschluß wollten sie mir einen neuen 64 A Stecker verkaufen, daraufhin habe ich auf Strom verzichtet!! Dieser Stecker ist etwa armdick!!
Beim Entspannen gestern Abend, kam noch die schöne Nachricht, dass meine “verschollene” Tasche in Brasilia ist!!! Hurra!! Mit etwas Glück bekomme ich sie ja doch noch nach Buenos Aires geschickt!!
Punta Del Este ist ein großer Ort, mit vielen modernen Hochhäusern! Die Marina kann sicher EU-Standard halten!! Aber die Stadt ist dennoch wie ausgestorben, auch hier fängt die Saison erst in einem Monat an!!
17.11. Morgens klariere ich aus, kaufe noch einige Kleinigkeiten und um 9:30 geht’s los! Es ist schöner Segelwind RTg. Montevideo. Da die Strecke aber durch das späte wegkommen doch recht lang ist, entschließe ich in Piriapolis eine Station zu machen. Hier kann man wunderbar Ankern, erst war ich den Behörden zu dicht am Strand, also müßte ich nochmal Umankern.
18.11. 6:30 geht’s mit halb achterlichem Wind wunderbar schnell RTg. Montevideo. Hier kommen wir gegen 14:00 an und liegen an einem Ponton, der aber kein Landzugang hat!
19.11. heute bin ich zu Fuß quer durch die Stadt. Im Mercado do Porto habe ich ein Stk. Fleisch gegessen, und nach einem Bummel, mit dem Taxi zurück zum Boot!! In Montevideo fällt auf, wie wenig Verkehr und Fußgänger es hier gibt!! Die Straßen sind fast verlassen!!! Also, mit RIO ist das gaaaarkein Vergleich!!
Montevideo ist übrigens die zweite Hauptstadt, die ich mit Pacifico Besuche!!! Die erste war…..Lissabon!!
21.11. 0:45 fällt der Anker in Colonia Del Sacramento! Gestern Morgen haben wir um 6:15 die Leinen in Montevideo gelöst und sind in 18,5 Std. Hier her! Dies soll eine sehr schön erhaltene, alte Stadt sein, ähnlich wie Parati!
22.11. ich bummle durch die Stadt, esse in einem Strassenlokal schlecht zu Mittag und mache nachmittags die Behördengänge! Am 23.11. soll es früh nach Buenos Aires gehen!

Wieder an Bord!

Aus gegebenem Anlaß hier einige Neuigkeiten!
Ich bin vor 3 Tagen wieder an Bord angekommen! Pacifico ist im guten Zustand, keine gravierenden Schäden!!
Meine Stimmung ist leider etwas getrübt, da eine der 32kg Taschen auf dem Flug hier her verschollen ist!! Naklar war da weitgehend Bootszubehör drinnen, mal von neuer Thermowäsche abgesehen!! Ich habe bis Morgen, den 4.11. noch Hoffnung, sonst muß ich mich um Plan B kümmern!!

Rio Grande mit neuen aktuellen Bildern

23.9. gestern habe ich in der richtigen Laune es geschafft eines der Salonfenster aus zu bauen. Alle Moodys haben da Probleme mit eintretender Feuchtigkeit! Nun habe ich das Fenster komplett auseinander genommen, gesäubert und zum Einbau vorbereitet. Leider bekomme ich hier in Brasiland nicht das gewünschte Material. Also werde ich es mit einem 10 cm breiten Elastiktape von außen zu kleben und aus D Sika mitbringen! Der Countdown zur Abreise läuft!

Für alle die es noch nicht wissen, PACIFICO bleibt den Monat Oktober hier in Rio Grande angebunden. Ich bin in der Zeit in Deutschland, bzw. Türkei. Die Segelei geht Anfang November weiter!

Der Weg nach Rio Grande

Hört sich an wie ein Westerntitel. Freitag früh um 7:00 sind wir in Floripa los. Die Vorhersagen haben guten und richtigen Wind vorhergesagt! Leider ist der Wind nicht so stark wie erwartet. Ich beschließe in Imbituba Schutz zu suchen, und abzuwarten. Der Ankerplatz ist nicht so toll, und der Wind frischt auf,wir ziehen los. In der Nacht geht’s flott voran!
Mal mehr mal weniger. In den Tagen Samstag und Sonntag läuft dann auch der Motor mal wieder einige Std. Es zeichnet sich ab, dass wir deutlich länger unterwegs sein werden, als erwartet. Das ist ja nicht so schlimm, bin ja für sowas angezogen!! Aber, die Kaltfront, die Montag von SW kommen soll macht mir Kopfzerbrechen! So ein Wind, von mehr als 30 Kn will man nicht umbedingt auf offenem Wasser erleben, zumal er genau von da kommt, wo wir hin wollen!! Die Nacht von So auf Montag war dann auch aufregend. Nicht nur der Wind war unberechenbar, auch das AIS und Radar hatten Macken!! Die technischen Probleme habe ich geregelt bekommen, der Wind trieb uns mal vornan, mal nicht so wirklich!! Ab Montag Morgen habe ich den Motor mitlaufen lassen, um die größtmögliche Fahrt zu Erlangen. Ich habe gesehen, dass es heute Mittag stark anfangen soll zu Wehen!!!
3 Std. vor erreichen des Hafens fegte es auch richtig los. Ja, es weht so stark, dass wir auch nicht in den Hafen laufen können, weil Wind und Ebbstrom sind zu stark. Nun liegen wir außerhalb der Einfahrt, in Rel. Windschutz und warten auf morgen früh, gegen 8:00 ist der Flutstrom am einlaufen und der Wind soll nachlassen! Es weht mit bis zu 35 Kn!! Der Anker liegt gut in 5,5 m Tiefe, mit 40m Kette. Nach Lee haben wir viel Platz! Es wird wohl eine bewegte, aber hoffentlich gute Nacht! Gegen 22 Uhr habe ich nun doch das Gefühl, hier sollten wir nicht bleiben, denn es schaukelt so sehr, dass an ein schlafen eh nicht zu denken ist! Also, Motor an, Kette einziehen und los. Unterwegs ruft uns einer über UKW-Funk und sagt mir dass der Bereich wo wir sind gefährlich ist. Ich melde ihm, ich sei schon unterwegs und bedanke mich!! Um 24 Uhr fällt der Anker genau gegenüber der Fleischzentrale. Vielleicht finde ich ja morgen zwischen dem Hamburg Süd und dem MSC Frachter Allissa aus HH ja noch ein Plätzchen am Pier!! ;-))
Die Nacht ist sehr ruhig. Die Temperaturen sind im 17 Grad Bereich, aber es kommt einem sehr kalt vor, durch die Höhe Luftfeuchtigkeit!
19.9. Den Dienstag habe ich dann hauptsächlich ausgeruht, und angefangen etwas zu putzen! Mi. dann hinten die Bachskiste gesäubert. Dort hatte ich aus HH noch Kohlebriketts gelagert, die mittlerweile naß geworden sind und zu einem Kohleschlamm mutiert sind!! Dieser begann dann durch Löcher in der Wand unter meinem Bett durch RTg. Motor zu laufen!! Echte Sauerei! Aber nach 2 Std. war auch das wieder OK!!!
18.9. morgens früh, hupt mich das Pilotboot aus dem Bett. Ich solle mich hier weg machen, aus Sicherheitsgründen!!! Ich hatte ja schon erwartet, dass sie irgendwann kommen würden, denn, an so einem Platz, eine Yacht verankert??? Da fragen die sich, was macht der da!!! Was soll’s, wir sind dann zum Yachtclub, wo wir eh hinwollten. Hier liegt Pacifico sehr schön ruhig!!! Die Leute vom Club sind nett und bemüht!! Er gilt als Brasiliens gastfreundlichster Club!!!!! Nachmittags dann zur Marine, da aber die ganze Stadt Stromausfall hatte, wollten die mich nicht erhören und haben mich gebeten morgen nochmal zu kommen!!
19.9. ich mache mich nochmal auf den Weg zur Marine. Der freundliche Herr fragt mich, ob ich alleine Reise, Schaut sich dann die Papiere mit leerem Blick an, als wenn er nicht weiß, was damit anzufangen. Dann aber geht er zum Kopierer, kopiert die 6 Seiten in etwa 10 min und kommt wieder. Zu meiner Freude schreibt er nun auf mein Original einen handschriftlichen 5 Zeilen , wie seine Vorgänger auch und stempelt den!!! Dann, naklar muß das alles auf seiner Kopie auch noch geschrieben werden!!!!! Damit bin ich aber legal hier und alles ist gut!
Nachmittags gehe ich noch zu einem Inoxmann. Der macht mir eine stabile Lösung für die Ankerkettenführung. Da hatte ich immer wieder Probleme. Heute, 20.9. weht ein stärker SW. Es sind 2 Boote RTg Norden ausgelaufen, die haben sicher Spass, aber nur kurzes Wetterfenster. Wenn sie Pech haben kommen sie in 3 Tagen wieder!!

Auf nach Süden

Sa, 30.8. sind wir nachmittags in Paratí angekommen und ich habe Alexander nach 45 Jahren wiedergesehen. Wir haben sehr nett 2 Std. beim Mittagessen zusammen gequatscht und über alte und neue Zeiten geredet.
So.31.8. Mauricio kommt pünktlich um 12:00 an. Ich bringe Pacifico an die Brücke, so kann er einfach einschiffen. Wir motoren aus der Bucht und es kommt Wind auf! Es wächst sich zu einem rechten Starkwind aus, so dass wir nach und nach immer weiter die Segel streichen, bis wir mit nur einigen qm dahinpreschen! Es weht mittlerweile mit bis zu 42 Kn also 8 Bft. Pacifico läuft einige Meilen vor der Küste entlang. Das Wasser scheint zu kochen, es steigt Wasser senkrecht aus der Wasseroberfläche empor, wie bei einer Wasserhose. Das Boot kränkt einige Male sehr stark, aber die Situation ist machbar. Ich lasse den Motor mitlaufen, damit immer genug Steuerdruck da ist. So eine Wettersituation habe ich noch nicht erlebt. Mauricio und ich sehen uns dieses Naturspektakel kopfschüttelnd an. Einfach irre!!!! Wir suchen Schütz in einer Bucht, wo schon einige Fischer liegen. Etwa 30 min nachdem unser Anker fest liegt, beruhigt sich die Wetterlage und es kommt Wind aus einer ganz anderen RTg auf! Die Nacht ist recht bewegt, schaukelig. Heute, 1.9. ist herrliches Wetter und wir Motoren weiter RTg. Ilha Bella. Gegen 15 Uhr machen wir bei der Ilha Anchieta Rast. Hier baden wir und wollen eine ruhige Nacht verbringen! Die Kulisse ist wunderschön, in RTg. Sonnenuntergang, zeigen sich die Gebirgszüge in verschiedenen graublautönen. Wir liegen vor einem kleinen Strand mit einer Süßwasserquelle, umsäumt von Granitsteinen.
2.9. Die Nacht war sehr schön ruhig, heute strahlender Sonnenschein. Nach dem Frühstück noch kurz gebadet, dann weiter RTg. Ilha Bella! Diese Bucht, der Ilha Anchieta ist ein toller Ort, um auch schlechtes Wetter abzuwettern!! Bis durch den Kanal der Ilha Bella laufen wir mit Motor. Danach auf offenem Wasser kommt Wind auf und wir segeln. Abends dursegelten wir ein recht starkes Gewitter, mit Blitzen und Regen, alles was dazu gehört. Da wir auf dem Radarschirm die Form der Gewitterwolke sehen können, durchlaufen wir sie an der dünnsten Stelle. Mauricio beobachtet wie um uns herum die Blitze ins Wasser schlagen, ich schaue nur gebannt auf den Plotter, steuere Pacifico durch die Gewitterwolke.
3.9. den ganzen Tag segeln wir, teils mit Starkwind und rechtem Seegang! Leider dreht der Wind auf SW und wir kommen von unserem Kurs recht weit ab, RTg. Süden.
4.9. Erst heute heute Vormittag dreht der Wind auf SO und wir können direkt Kurs auf Porto Belo nehmen. Nachmittags flaut der Wind ab und wir laufen mit Jan’s Hilfe, gegen 17:00 in die Bucht von Porto Belo. Zum Abschluß des Tages und des Törns, gibts Fleisch vom Grill, Kartoffeln und Chuchu!!!! Lecker!!
5.9. Die Nacht ist sehr schön ruhig. Wir liegen auf 2m Wasser mit 35 m Kette. Jetzt um 6:30 gibts Tee. Dann geht’s mit Pacifica an Land und kaufen einige Sachen ein. Nach einem Rundgang durch den Ort laufen wir in eine geschützte Bucht und wechseln die Genoa. Die gebrauchte hat an 2 Stellen ihre Randnaht auf 3 m. Geöffnet. Das soll ein Segelmacher neu nähen, zum glück ist nichts gerissen! Jetzt nachmittags segeln wir zur Insel Sta. Catarina, auf deren Mitte Florianopolis liegt.
Nun, abends liegen wir in einer wunderbar ruhigen Buchtam Festland, auf Höhe der Nordspitze der Inasel Sta. Catarina. Ein leises Plätschern begleitet die Stille! Vor uns liegt ein Strand, rechts und links der Bucht große Granitsteine! In dieser Bucht liegen wir alleine! In der Nachbarbucht 2 weitere Segler. Traumhaft schön! Es ist soooo schön hier!!! Einfach wunderbar!
6.9. Nach dem Frühstück sind wir RTg. Brücken gesegelt. Zwischen den Brücken Ankern wir und ich setze Mauricio mit Pacifica an Land ab. Er will sich ein Taxi zum Flughafen nehmen. Nun bin ich wieder Solo an Bord und warte morgen früh auf das Niedrigwasser um durch die flacheren alten Brücken in den Südteil der Bucht zu gelangen.
7.9. Eben, um 7:00 sind wir unter der Brücke durchgefahren, mit nur einigen cm Luft! Nun warten wir auf etwas höheres Wasser, um in den Club zu gelangen, denn eben, bei Ebbe, haben wir den Schlamm schon berührt.
Wir sind in Brasiland! Obwohl wir gestern mit den Chef des Clubs gesprochen haben, und er uns sagte,…kein Problem….ist heute kein Platz in dem geschützten Hafen zu realisieren, obwohl halb leer! Nun ja, ich warte bis Morgen, dann wird es sich ergeben!
Bei einem Spaziergang durch die, heute leere, Innenstadt, fallen mir doch etliche unter dem normalem Rand der Menschlichkeit lebenden Menschen auf. Teils erscheinen sie mir durchaus vital und stark, teils aber sehr eingefallen und mickerig!
8.9. heute morgen hieß es, im Hafen sei kein Platz für so ein großes Boot! Da ja Schlechtwetter kommt, und ich das nicht auf freiem Wasser ausleben möchte, habe ich mir Alternativen gesucht. Eine davon ist eine Bucht 23 nm südlich von hier. Als ich das dem Chef des Clubs sagte, mit den deutlichen Worten, dass ich auf keinen Fall die Front hier an der Boje abwarten werde, hatte er plötzlich gar kein Problem damit, uns einen Platz in der, leeren , Marina anzubieten! So einfach geht dass in Brasiland!! Nun liegen wir im Hafen und warten auf die Kaltfront!
10.9. heute bin ich wieder durch die Stadt, ich möchte Fleisch für die nächste Etape besorgen. Ich habe auch schon seit längerem die Idee eine Art Stemmeisen zu besorgen, aus dem KFZ Bereich, um die Wantenspanner drehen zu können. Beides habe ich nach Nachfragen bekommen!! Nun warten wir auf die Wetteränderung, um nach Süden aufbrechen zu können!
11.9. Heute, nochmal durch die Innenstadt, ein wenig Obst und Salat besorgt. Morgen in aller Frühe, soll der Wind auf NO drehen, und wir wollen nach Süden auslaufen! Dann gibt es auch endlich einen neuen Abschnitt-Artikel!!!

Formalitäten in Angra

Heute morgen sind wir gegen 6:30 nach Angra aufgebrochen. Dort gegen 9:00 bin ich gleich zum Zoll. Erst wollte er mich zur Polizei schicken, wegen eines neuen Visums, als ich ihn aufklärte, dass der Pass, den er in der Hand hält ein brasilianischer ist, war das OK!! Dann gab es noch etwas Disscusion wegen der Genehmigung, aber da ich ja zum Glück portugiesisch spreche, haben wir das zu unserer Zufriedenheit geklärt!! Nun haben wir die Genehmigung bis 8.12. in Brasilien zu bleiben!! Anschließend bin ich noch zur Marine, um uns aus Rio ordnungsgemäß abzumelden!
Dann habe ich Proviant eingekauft. Beim Auslaufen aus der Marina, habe ich HORIZONTE, das Boot von Javier gesehen. Also bin ich hin und haben neben ihm geankert. Beide haben wir uns gefreut, uns getroffen zu haben. In der Grünen Lagune werden wir uns morgen wieder treffen! Wir sind für die Nacht schon mal vorgefahren, in die Grüne Lagune!!
Do, den 28.8. morgens um 8 Uhr fahre ich zu dem Kutter ADRIELLE um, wie soll es anders sein Camarões zu besorgen! Ich bekomme auch schöne, aber leider, wie ich später feststelle schon mit Sulfite behandelt. Die riechen dann garnicht!! Javier kommt gegen Mittag auch an und Nachmittags machen wir die eine Hälfte der Camarões in Öl, wie gehabt. Danach gabs noch Filet!
29.8. Nachmittags will ich mit Javier und Isana am Strand die Crabben wieder in der Feuerschale machen. Für Isana ein riesen Spass, sie war gänzlich begeistert! Dazu gabs Salat und Getränke nach Wahl! Abends haben wir auf HORIZONTE noch ein Stück Fleisch gegrillt, leider kein Filet!
30.8. 7:30 laufen wir zu ADRIELLE und anschließend RTg. Paratí. Hier will ich sehen, ob ich heute mit Alexander zu Abend essen kann! Morgen kommt Mauricio. Er will uns bis Florianopolis begleiten.

Erstmal die letzte Woche in Rio

Freitag, den 15.8. habe ich einige kleine Arbeiten ” angeschoben”. Sonntag habe ich mich mit Christian zum Mittagegessen und anschließend mich mit Familie M. Getroffen, eine frohe Gesellschaft! Mauricio will eine Teilstrecke nach Süden mitsegeln!!
In der Woche habe ich einige kleine Reparaturen, bzw. Ergänzungen machen lassen. Freitag ist nun alles zu meiner Zufriedenheit fertig und es kan losgehen.
Donnerstag habe ich versucht einen Freund wieder zu finden, den ich zuletzt 1991 in HH gesehen habe!( er hatte mich da besucht!) Ich fand ihn in einem Internetportal. Abends um 20:00 habe ich Rubens angerufen und eine Std. später saßen wir zusammen und haben uns über das späte Wiedersehen sehr gefreut! Auch habe ich seine Tochter Priscila kennen gelernt, die hatte zu Beginn unserer Freundschaft, 1983, 3 Jahre!!! Heute ist sie eine sehr gutaussehende, reizende Frau!! Freitag ziehen wir auch gemeinsam los.
Samstag ist die Geburtstagsfeier von Andreas. Bei Ihnen zu Hause, in einem sensationellen Appartment in Flamengo feiern wir den ganzen Nachmittag. Außer der berauschenden Aussicht, bekommen wir allerlei Köstlichkeiten! Ich genieße die private Athmosphäre und die Unterhaltung mit etlichen Cousins!!
Abends treffe ich Rubens nochmal. Heute machen wir aber früher Schluß, denn Sonntag wollen wir eine Ausfahrt unternehmen. Das machen wir dann auch, mit Priscila, Neuza, Rubens und mir. Mittags gibts naklar Churrasco. Zwischendurch stattet uns die Brasilianische Marine einen Besuch ab und will Einsicht in die Papiere haben.
Gestern, Montag, den 25.8. war ich bei Christian zum Mittagessen. Vorher habe ich die letzten Bilder in den Ilha Grande Ordner geladen!!
Abends besucht uns noch Roland, ein Vetter.
Abschied von Rio de Janeiro!
26.8. 6:45 Wir laufen aus Rio aus. Aktuell bin ich sehr traurig, war es doch eine wundervolle Zeit mit alten und neuen Freunden, Verwanten und Menschen die unser Projekt toll finden! Rio entläßt uns mit herrlichem Wetter und auslaufendem Wasser.
Mir kommt der Gedanke, ob wir wohl nochmal her kommen?? Jetzt will ich erstmal das Auslaufen erleben und genießen!…….
Unter Segel mit 14 kn Wind rauschen wir mit über 7 Kn Fährt vor Copacabana neuen Zielen entgegen!