Ushuaia – 17.2. – 23.2.2015

Ushuaia – das Ende der Welt. Wir gewinnen den Eindruck, dass das Ende der Welt Ziel vieler Weltenbummler ist. Wir treffen einen Deutschen aus Ulm, der mit seinem umgebauten Lkw Adventure Tours durch Südamerika macht. Ein junges Pärchen kommt zu uns an den Steg und fragt nach einer Mitnahmegelegenheit nach Puerto Williams. Beide sind Deutsche. Er ist in den letzten 10 Monaten von Ecuador mit dem Fahrrad hierher gefahren. Ein Biker an der Tankstelle kommt aus Oregon, USA, und hat fast 6 Monate bis hierher gebraucht. Der Clubmitarbeiter kommt von den Osterinseln. Seine Frau kommt aus Bayern. Auf die Frage hin, ob er Kindern hat, erzählt er, er sei Pirat. Er hätte vier Kinder, eins in Deutschland, eins in Brasilien, eins irgendwo ebenfalls in Südamerika, und eins würde hier bei ihm leben. Und dann natürlich die Segler, viele, wie wir, aus Europa. Alles keine normalen Touristen, eher etwas wie Abenteurer. Hinzu kommen die Kreuzfahrttouristen und die, die für ein paar Tage oder Wochen per Charter in die Arktis wollen. Es tummeln sich hier alle möglichen Menschen unterschiedlicher Nationalität.
Bei unserer Ankunft hören wir in Hafennähe schon Musik. Es ist Karneval. Die Tanzgruppen ziehen entlang der Hafenstraße bis zu einer Tribüne, an der die Gruppen wohl an einem Wettbewerb teilnehmen. Die Stimmung ist toll und die Straßen voller Menschen. Wir hören die Musik die ganze Nacht noch bis in die frühen Morgenstunden.
In der Nähe der großen Pier gehen wir in eine Pandaria, Museum, steht draußen dran. Wir gehen hinein, neugierig, was uns erwartet. Der Raum ist ein teilweise im Original erhaltener laden, in dem es früher wohl so alles gegeben hat, was man für das tägliche Leben so brauchte. Jetzt ist eine Art Bistro in dem man so ganz nebenbei sich die alten Haushaltsgegenstände, Blechdosen, die alles mögliche an Lebensmitteln enthalten haben usw. ansehen kann. Und natürlich kann man auch frisches Brot dort kaufen. Es ist ja eine Pandaria.
Die Einkaufsstraße liegt in der parallel Straße zum Hafengebiet. Viele nette kleine Geschäfte und Kaufhäuser, die zum Teil mit Duty Free werben, obwohl hier alles ohne Mehrwertsteuer ist. Was nicht unbedingt heißt, dass es wirklich günstig ist. Aber es soll wohl zusätzlich die Touristen anreizen, hier zu kaufen. Wer dann auch die weiteren Straßen erkunden möchte, muss schon gut im bergan gehen sein. Ushuaia liegt am Berg und die Straßen sind teilweise mehr als steil. Wir fragen uns, wie das hier im Winter geht. Wer an einer der oberen Kreuzungen bremst, rutscht der dann gleich bis runter zum Hafen???
Am Hafen gibt es viele. Möglichkeiten per Bus oder Schiff Ausflüge zu buchen. Wir entscheiden uns für einen Transfer zur “Tren el fin del Mundo”, der Bahn am Ende der Welt. Die Bahn, die seid 20 Jahren wieder existiert, ist dem Sträflingszug Anfang des letzten Jahrhunderts nachgebaut. Nach Ushuaia wurden damals Schwerstverbrecher deportiert, ähnlich dem englisch- australischen Vorbild, die dort für den Bau des Gefängnisses und späteren Betrieb sowie für ein Energiewerk Bäume westlich von der Stadt abgeholzt haben. Sträflinge und Holz wurden mit eben dieser Bahn transportiert. Baumstümpfe in dem Gebiet sind Zeitzeugen, an deren Höhe man sehen kann, zu welcher Jahreszeit sie gefällt wurden. Kurze Stümpfe, die Bäume wurden im Sommer gefällt, je höher dér Stumpf, je mehr Schnee hat damals dort gelegen. Die Bahn ist eine Touristenattraktion, aber auch traurige Erinnerung an frühere Zeiten und Schicksale. Es gab übrigens keine Gefängnisausbrüche damals, da die Gefangenen spätestens nach zwei bis drei Tagen freiwillig zurück gekommen sind, hungrig und Wärme suchend.
Wir verzichten auf einen Besuch des Nationalparks, da wir Natur in Chile in den Kanälen ganz individuell erleben werden.
Den geplanten Ausflug ins Museum Naval schaffen wir am Sonntag nicht, weil wir den ganzen Tag mit unseren Einkäufen für die nächsten Wochen beschäftigt sind. Vorräte, die jetzt für die nächsten 6 – 8 Wochen reichen werden. Vor allem Fleisch, Obst und Gemüse. Gulasch und Bolognese haben wir die letzten Tage schon eingekocht. Die einzigen Konserven, die dazu gekommen sind, ist Thunfisch für unsere Pizza.
Montag werden wir dann nach den Behördengängen Argentinien verlassen und nach Puerto Williams segeln.

Ankunft im Süden – Ushuaia 17.2.2015

Wir kommen in Ushuaia mittags an, noch bevor der Westwind sich wieder richtig ins Zeug legt. Vorgestern sind wir direkt nach dem Frühstück aus der Bahia Relegada wieder in den Beagle Kanal, in der Hoffnung, bis zum frühen Abend in Ushuaia zu sein.
Da der Wind leicht aus westlicher Richtung kommt, motoren wir. Im Sonnenschein, begleitet von Albatrossen, Haubentauchern und anderen Seevögeln, dann und wann auch Pinguine, kommen wir die ersten Meilen gut voran. Links und rechts des Kanals ist die Landschaft noch grün, dahinter jedoch liegen die schneebeckten Berge. Es wird wieder etwas wärmer. So um die 12° Lufttemperatur. Die lassen sich im Windschatten gut aushalten. In der Kabine ist es nicht viel wärmer, obwohl dort der kleine Heizlüfter läuft und zumindest die Bettdecken vor der Luftfeuchtigkeit bewahrt.
Doch nicht lange und der Westwind legt wieder los. Bis über 30 Knoten Windstärke. Wir setzen Segel und kreuzen. Damit schaffen wir immer noch mehr, als mit dem Motor gegen Wind und Strömung, wo wir nur noch 1 Knoten schaffen. Am frühen Nachmittag beschließen wir, den Kampf zu beenden und uns eine geeignete Ankerbucht zu suchen, für eine ruhige Nacht und einen weiteren Stopp auf unserer Reise in den Süden nach Ushuaia. Der nächstgelegene argentinische Hafen ist uns bei dem starken Wind zu unsicher. Bleibt nur die chilenische Seite mit Puerto Williams oder die weiter westlich gelegene Bahia Silva. Da wir in Argentinien noch nicht ausgecheckt haben, scheuen wir einen möglichen Behördenkrieg, der uns unweigerlich in Puerto Williams mit den Chilenen bevorstehen würde. Deshalb entscheiden wir uns für die Ankerbucht Bahia Silva. Und wir freuen uns, als wir dort ankommen, sind wir das einzige Boot. Wir haben die ganze Bahia für uns allein, werden nur von Kühen und Pferden und den Wildtieren beäugt. Gleich hinter der Baumgruppe liegt der Beagle Kanal, wo sich weiter der Westwind austobt. Wir genießen die romantische Idylle und haben eine ruhige Nacht.
Am nächsten Morgen haben wir verschlafen. Wegen dem wieder am späten Vormittag zu erwartenden starken Winden, wollten wir schon um 6.00h unterwegs sein, kommen aber tatsächlich erst um kurz nach 7.00 h los. Gefrühstückt wird also erst, als wir wieder auf dem Kanal sind. Trotzdem schaffen wir die letzten Meilen recht gut und der Wind ist auf dem letzten Stück so günstig, das wird wieder segeln können.
Vor uns liegt Ushuaia. Mit vielen Holzhäusern vom Anfang des letzten Jahrhunderts bietet sich ein buntes einladendes Bild. Eine kleine Stadt mit ca. 50 tausend Einwohnern und eigener Industrie. Wir vermuten jedoch als Haupteinnahmequelle den Tourismus. Während unseres Aufenthaltes legen täglich ein oder mehrere Kreuzfahrtschiffe am Pier an.
Bevor wir uns den touristischen Zielen in Ushuaia widmen können, fangen wir zunächst einmal an unsere technischen Probleme zu. lösen. Ganz oben an steht das Heizungsproblem. Ein Techniker, der auf dem Nachbarboot an dem wir festmachen arbeitet, will am nächsten Abend kommen und Funkgerät und Heizung in Ordnung bringen. Aber wie das so ist, es scheint ihm immer etwas dazwischen zu kommen. Letztendlich baut Hermann selbst die komplette Anlage auseinander, reinigt sie, und baut alles wieder zusammen. Mit Erfolg!!! Ein Stein fällt uns vom Herzen. Auch Generator und Aussenborder laufen wieder, nachdem wir es mit neuem Benzin ohne Ölzusatz probiert haben. Beim Funkgerät ist eine Elektronikschweissstelle gebrochen. Wir hoffen, das in der Crew der KAT von Wilfredo Schurmann, ein Elektroniker ist, der das löten kann. Wilfredo Schurmann ist die brasilianische Seglerprominenz. Sein neues Schiff, die KAT, das erst vor wenigen Monaten ins Wasser gekommen, liegt hier seit 38 Tagen und wartet auf einen neuen Motor aus Europa. Die Genehmigungs- und Zollbestimmungen sind für diese lange Wartezeit verantwortlich. Seine Reise soll noch in die Arktis gehen, bevor auch er dann wie wir Richtung Port Mont in Chile segelt.
Kaum sind einige Probleme gelöst, taucht das nächste auf. Der Kühlschrank will nicht mehr. Auch hier suchen wir nach einem Techniker. Aber Hauptsache es ist warm an Bord. Den Kühlschrank füllen wir zur Not zur Hälfte mit Eis und später mit Gletschereis bis wir in Port Mont sind und dort nach einen Lösung suchen.
Am Wochenende jedoch werden wir Touristen sein. Geplant ist eine Rundreise mit der “Bahn vom Ende der Welt” und ein Besuch des maritimen Museums hier in Ushuaia.

 

 

Reise nach Süden – Isla de los Estados, Bahia Relegada 10.2. – 17.2.2015

Es ist wirklich wunderschön hier. Fast den ganzen restlichen Tag scheint die Sonne und es ist windstill, aber die Luft ist kalt mit 8°, dass Wasser hat nur noch 9° hier. Obwohl hier jetzt Spätsommer ist, liegt in den Senken der Berge an einigen Stellen noch Schnee. Das Wasser der Caleta ist so still, das sich die umliegenden Berge sich darin spiegeln. Es scheint, als wäre man auf einem Bergsee in den Alpen und doch ist es Feuerland, Argentinien, nicht mehr weit bis Kap Horn. Anders als in Patagonien sind hier die Berge grün und dicht bewachsen. Wir sehen und hören nur wenige Tiere, meist Vögel und Pinguine. Abends tauchen direkt neben dem PACIFICO zwei Seelöwen auf, sehen uns und verschwinden wieder. Möglicherweise haben wir Ihren Lieblingsplatz belegt? Es liegen riesige Steine im Wasser, die erst bei Ebbe sichtbar werden, dicht bewachsen mit Miesmuscheln. Leider können wir sie nicht ernten und essen, da die Muscheln hier krank (marea roja) sind und eine vergifte Muschel zu essen endet unweigerlich tödlich. Unser holländischer Nachbar versucht sein Glück mit den riesigen Krabben dieser Caleta. Hat auch zweimal eine an der Angel, bekommt sie aber nicht aus dem Wasser. Er war dann doch etwas enttäuscht über seinen Misserfolg und das es mit dem delikaten Abendessen nicht klappt. Wir dürfen noch den Mittwoch im Sonnenschein genießen. Drei Decksfenster werden ausgebaut und neu eingebaut, da das überkommende Wasser hier eingedrungen ist. Wir sind erstaunt, als wir bei den ausgebauten Fenstern sehen, dass diese seitens der Werft fast ohne Abdichtung eingebaut worden waren. Eine Schwachstelle die jetzt behoben ist. Auch die Deckslüfter lassen überkommendes Wasser durch. Trotz Abdeckkappen. Ein Problem, dass wir noch lösen müssen. Genauso, wie der Generator, der nicht richtig laufen will und dem Außenbordmotor. Hier sieht es allerdings so aus, nachdem der Vergaser als mögliches Problem ausgeschlossen ist, als wenn es an dem ölhaltigen Benzin aus Brasilien liegt. Hoffen wir mal!

Und wie von Unserem Kompetenz-Center in Hamburg angekündigt kommt dann richtig schlechtes Wetter, mit so viel Wind, dass sich selbst in der windgeschützten Caleta die Boote auf die Seite neigen. Kein Gedanke an eine Weiterreise. In der Straße Le Maire, durch die wir müssen um in den Beagle Kanal zu kommen, sollen die Wellen bis vier Meter hoch sein. Wir nutzen das schlechte Wetter um die Weiterreise durch die chilenischen Kanäle zu planen, die wir im einzelnen aufgeben müssen, um die Zarpe in Port Williams bei der Prefectura zu beantragen.
Außerdem entwickelt sich ein nachbarschaftliches Verhältnis zu den anderen beiden Booten. Wir haben jeden Tag Besuch. Erfahren viel Neues und spannende Geschichten und haben Spaß. Social Life in Puerto Hoppner :-)
Am Freitag Abend findet ein letztes Zusammentreffen statt. Wir gleichen die Informationen zum Wetter ab und wann die Gezeit am günstigsten ist, um hier die schmale Ausfahrt nehmen zu können und auch zwei Stunden vor Hochwasser an der le Maire Street zu sein, damit wir nicht Wind und Tidenstrom gegen uns haben.
Als wir drei am Samstag gegen 13.00 h dann Auslaufen sieht auch zunächst alles gut aus. Um die rund 100 sm zur Bahia Relegada zu erreichen, unserem vereinbarten neuen Treffpunkt, wollen wir die Nacht durchfahren. Kurz vor erreichen des Beagle Kanals wird es dann richtig kappelig. Eine Stunde früher los wäre doch besser gewesen. Aber es bleibt windig. Unter Land ist der Nordwind- West-Wind dann merklich erträglich, auch weniger Welle und Strömung. Und dann geht es am Morgen richtig los. Mit 45 Knoten Wind. Um diese Zeit verlieren wir auch den letzten Sichtkontakt zu den anderen, die weiter südlich und nicht so dicht unter Land segeln. Wir brauchen für die Strecke mehr als 28 Stunden, bevor wir letztendlich wohlbehalten und ohne Schäden in der Bahia Relegada ankommen.
Der Wind hat etwas nachgelassen. In der Bahia, umgeben von einen grünen und bewaldeten Landschaft mit rauhen Bergen im Hintergrund, ist es warm. 16° sind nach Temperaturen in Puerto Hoppner mehr als angenehm, zumal wir ja ohne Heizung sind. Fast ohne Heizung. Hermann hat einen kleinen Heizlüfter aktiviert, der auf der ECO Stufe wenig genug braucht um über den Bordstrom laufen zu können. Beim Abendessen im Cockpit fühlen wir uns wie Naturreservat, beobachten die Tiere, schauen aber auch immer wieder erwartungsvoll nach Süden, ob die anderen auch bald kommen.
Die AdiejeWah trifft vier Stunden später , noch bei Tageslicht ein. Nicht ganz unbeschadet, wie wir dann erfahren. Das Großsegel ist eingerissen und an der Ankervorrichtung ist etwas verbogen, so das die Kette nicht ohne Hilfe rausläuft. Die Perluoit wird nicht mehr kommen und hat anderswo Schutz gesucht. Wir denken, wir werden sie dann in Ushuaia wieder sehen.
Am nächsten Morgen sitzen wir bei 3° im Cockpit und frühstücken. Der Wind hatte am Abend vorher innerhalb weniger Minuten um 180° auf Süd-Ost gedreht und kalte Luft gebracht. Und Schnee! Die Berge rundherum sind jetzt bis zur Baumgrenze eingeschneit, ein traumhaft schönes Bild, dass uns bis Ushuaia begleiten wird.

 

 

 

von der
PACIFICO

 

 

Reise nach Süden – Cla. Horno, Puerto Deseado, Isla de los Estados vom 1.2 .bis 10.2.2015

Wir geniessen bei bestem sonnigen und warmen Wetter die Caleta Horno. Es gibt jetzt für das frische Obst ein Netz zwischen Kartentisch und Salon. Kleinere Reparaturarbeiten sind erledigt und die Handwäsche endet damit, dass Hermann das Kanu ins Wasser lassen muss um das dabei über Bord gegangene kleine Wäscheteil von Hilde zu retten ;-)

Mit dem Banana-Boot und Außenborder unternehmen wir einen Ausflug ans Ende der Caleta. Sie endet in einer steppenähnlichen Landschaft. Irgend jemand hat in dieser Wildnis sogar einen Zaun aufgestellt, der ein stückweit ins Wasser ragt. Es ist jedoch nicht zu erkennen, welchen Sinn er machen soll. Die Felsen der Caleta sind sehr unterschiedlich. Einige scheinen nur aus Löchern zu bestehen, als wenn es sich um ausgewaschene Laver handelt, andere sehen aus, wie die schuppige Haut riesiger Reptilien, die dort in der Sonne liegen. Schön und bizar.

Am Sonntag bekommen wir Besuch. Als wenn wir es nicht vermisst hätten. Prefectura. Sie stehen mit ihrem Quad oben auf der Klippe und geben Signale. Was wollen die???? Ach so – mit uns sprechen. Per Funk. Also dann. So geht es wenigstens einmal ohne Papierkrieg. Offenbar hatten sie aus Mar del Plata die Information, dass wir hierher wollten. Nachdem sie uns die ueblichen Fragen gestellt haben und auch mit dem dem finnischen Boot, der “Manta” gesprochen haben, ziehen sie nach einer Weile wieder von dannen. Wir beschliessen den guenstigen Wind am Dienstag unter Beruecksichtigung der Ankunftszeit passend zum Tidenstrom für unsere Weiterfahrt nach Puerto Deseado zu nutzen. Dafuer heisst es frueh aufstehen und Landleinen los.Wir bemuehen uns darum, dass das recht leise von statten geht, um unsere finnischen Nachbarn nicht zu stoeren.

Auf den Wind ist nicht immer Verlass. So kommen wir spaeter als geplant am Mittwoch in Puerto Deseado an, aber noch rechtzeitig genug um mit der Flut in die Flussmuendung ein zu laufen. Als wir auf die Flussmuendung zuhalten faellt uns schon auf, wie viele Pinguine hier im Wasser sind. Und dann sehen wir gegenueber der Hafenstadt an der Kueste eine ganze Pinguinkolonie. Wie wir spaeter feststellen, ein Ausflugziel fuer Touristenfuehrungen auf dem Fluss.

Bei Ebbstrom haetten wir ausweichen müssen auf eine Ankerbucht ein paar Meilen weiter suedlich, da der so stark sein soll, dass wir nicht gegen an gekommen waeren. Und wir sind enttaeuscht, dass wir nicht im Hafen festmachen duerfen. Wir ankern auf Anweisung der Prefectura gegen 14.00 h eine dreiviertel Meile ausserhalb. Hinter uns kommt die “Manta” in die Flussmuendung. Die Finnen wollten offenbar auch den guenstigen Wind aus nördlichen Richtungen nutzen und sind wohl kurz nach uns los. Aber sie ankern nicht, wie von der Prefectura vorgegeben neben uns sondern laufen durch bis zur Gipsy Werft und machen neben einem anderen Segler fest.

Nach einigem hin und her mit der Prefectura bekommen wir dann doch auch einen Platz am Pier zugewiesen. Wir duerfen neben der Yamana, einem Schlepper festmachen. Der “Marinero” Enrique des Schleppers steht schon bereit uns zu begruessen und unsere Festmacher entgegen zu nehmen. Und auch sonst stellt sich heraus, dass er sehr hilfsbereit ist. Spaeter duerfen wir uns in sein Gaestebuch eintragen. Offenbar machen hier regelmaessig Segler fest auf ihrem Weg nach Sueden.

In Puerto Deseado werden wiruns nur mit frischen Obst und Gemuese versorgen, kommen aber auch hier nicht um die Aktionen mit der Prefectura herum. Die Stadt selbst ist kaum sehenswert und aehnelt eher einer amerikanischen Wuestenstadt. Breite Strassen, die aus dem Nichts kommen und ins Nichts gehen. Der Ort hat aber scheinbar einen ganz eigenen Rythmus. Die Geschaefte oeffnen nachmittags noch einmal von 17 h bis 2 h morgens! Und wir sehen ueberwiegend junge Menschen und Kinder. Fuer unsere Einkaeufe muessen wir feststellen, dass nicht alles, was wir uns vorstellen, zu bekommen ist oder die Qualitaet so schlecht ist, so dass es sich an Bord nicht halten wird. Als wir zum Schlepper zurueck kommen, steht uns ein kleiner Schock bevor. Ebbe. Schlepper und PACIFICO liegen fast 5 m tiefer. Das heisst mit den Einkaeufen 7 – 8 m eine schmale Eisenleiter senkrecht an der Kaimauer herunter. Mit den Einkaeufen hilft uns der Enrique. Und dann ueberwindet auch Hilde ihre Hoehenangst und schafft den Abstieg :-)

Am Donnerstag Nachmittag um 15.30 h laufen wir aus Richtung Isla de dos Estados, Feuerland, wohl wissend, das der Wind nicht optimal sein wird.

Am Samstag Morgen kommen dann noch schlechte Nachrichten aus dem Kompetenzzentrum Hamburg: ein Tief rollt auf uns zu – Windstaerken bis 7 Bfd. und Wellen bis 4 m Hoehe. Wir suchen nach Schutzmoeglichkeiten entlang der 150 Meilen entfernten Kueste, finden jedoch keine wirklich geeigneten Haefen oder Ankerbuchten. Aber die Winde unter der Kueste sollen moderater sein. Wir aendern den Kurs und laufen auf die Magellanstrasse zu, um sie am Sonntag Nachmittag zu erreichen. Aber moderat heisst trotzdem bis zu 7 Windstaerken, nur weniger Welle. Bis wir am Dienstag, wie von Hermann dann geplant, um 10.00 h morgens unser Ziel erreichen, haben wir so ziemlich jedes Wetter durch – von Sonne bis Regen, von Flaute bis Windboen um die 40 Knoten. Und kalt ist es geworden. Luft 8°, Wasser nur noch 9°.

Wir laufen heute Morgen um 10.00 h in den Puerto Hoppner ein und ankern in der hintersten Ecke hinter einen kleinen Insel, ganz windgeschuetzt neben einem belgischen und einem hollaendischen Segler. Die Zufahrt in die hintere Bucht betraegt bei Ebbe 10m Breite. Unsere Pacifico misst schon etwas ueber 4m.!! Eine wunderschöne Bucht, umrahmt von hohen Bergen, auf denen teilweise noch Schnee liegt. Man koennte meine, man ist auf einem Bergsee in den Alpen. Traumhaft schoen. Die ganze Insel ist uebrigens unbewohnt und steht unter Naturschutz. Der Name “Puerto” wirkt da schon etwas irre fuehrend, wenn man damit menschliche Ansiedelungen verbindet. Wir sind von diesem Fleckchen Erde begeistert.

Was macht man ausser segeln auf so einer Tour? Manchmal diskutiert man(n) und frau. Albatrosse. Sind Albatrosse Moewen????!!!! Wir einigen uns nach einigem hin und her. Alles, was ueber dem Wasser fliegt, sind Moewen. Da braucht man dann ncht lange ueberlegen. Und die Albatrosse, die uns seit Mar del Plata immer wieder begleiten, sind also Moewen. Nur Pinguine sind keine Moewen, weil die fliegen ja nicht und sind deshalb Pinguine. Alles klar? :-)

Auch sehen wir jetzt mehrmals am Tag Delphine, die neben unserem Schiff auftauchen. Es ist immer wieder ein Erlebnis. Besonders wenn, wie am Samstag, das Meer klar und himmelblau ist und die Delphine aus den Wellen springen und groessere Gruppen unseren Bug umspielen, immer wieder aus dem Wasser springend.

 

Reise nach Sueden – Caleta Horno 31.1.2015

In der Nacht ist der Wind wieder abgeflaut. Wir schmeissen fuer die letzten Meilen unseren Motor an. Morgens um 5.00 h sitzen wir im Cockpit bei Tee und frisch gebackenen Brot und sehen die ersten Lichter der Kueste. Im Licht der aufgehenden Sonne passieren wir die Insel Arce. Der Atlantik ist stark abgekuehlt. Das erste Mal unter 20° – bis auf 15° runter. Im ersten Tageslicht sind auch die Moewen wieder aktiv und fliegen “zur Arbeit”. Wir sind gespannt auf das, was uns erwarten wird. Die Kueste macht einen rauhen und unwirtlichen Eindruck, der durch das goldene Morgenlicht abgemildert wird. Wir halten auf das Leuchtfeuer San Gregorio zu, um die Passage zwischen der Insel Leones und dem Festland zu nehmen, wenn es die Stroemung erlaubt.

Ploetzlich sehen wir eine Gruppe von Delphinen, die unseren Bug umspielt. Wir freuen uns ueber die Begleitung. Sie sind fast zum anfassen nah und unterhalten uns bis zur Passage. Und wir haben Glueck. Der Ebbstrom beschleunigt unsere Fahrt an Leones vorbei um fast 4 Knoten Richtung der Bucht Bahia-Gil, in der wir die Einfahrt zur Caleta Horno finden werden. Aufgrund der Ebbe ist das gefaehrliche Riff in der Bucht gut zu erkennen und eine Landmarke zeigt uns den Weg Richtung der Caleta. Doch die Einfahrt ist nicht auszumachen. Erst knapp 100 m davor ist eine schmaler Einschnitt zwischen den Felsen erkennbar. Die Felsen dahinter sehen wie eine geschlossene Felsenlandschaft aus. Kaum zu glauben, dass sich dort unser Ziel befindet. Und dann fahren wir in die schmale Caleta ein und es ist, als ob sich ein Tor vor uns oeffnet. Beim ankern verwenden wir zum ersten mal die 100-Meter-Leinen, die extra fuer die Patagonien-Reise angeschafft wurden. Sie sichern PACIFICO zum Land hin, festgemacht an einem starken Tau, dass irgendwer einmal fuer diesen Zweck hier gelassen hat.

Wir entspannen bei warmen 28° Lufttemperatur und geniessen die Ruhe, in der nur das Rauschen der kommenden Flut und die Moewen zu hoeren sind, die laut klatschend ins Wasser tauchen, um einen Fisch zu fangen. Auch ist das Meer hier wieder etwas waermer – jetzt sind es so um die 18°.

Gegen Mittag sehen wir oben auf den Felsen die ersten Guanacos (Lamas), die uns offenbar beobachten und denen wir spaeter, bei unserem Landausflug, auch bis auf 50 m nahe kommen. Mit der Flut taucht ein Pinguin in der Bucht auf. Wir werden auf ihn aufmerksam, weil die Moewen und er offenbar die gleiche Beute jagen. Wir finden es so schoen hier, dass wir ein paar Tage bleiben wollen. Kleinere Pflege- und Wartungsarbeiten stehen an, die wir hier gut erledigen koennen. Ausserdem wollen wir die Genua gegen die Fock tauschen und auch das Bimini soll wegen der zu erwartenden starken Winde vorerst abgebaut werden.

Hin gegen Abend laeuft ein finnisches Segelschiff, die MANTA, in die Caleta ein. Die MANTA kennen wir schon aus Buenos Aires, Barlovento, und auch sie ist auf dem Weg nach Sueden.

 

Reise nach Sueden – Mar del Plata bis Caleta Horno 26.1. bis 30.1.2015

Wir gehen am Montag morgens gegen 9.00 h in Mar del Plata los, nachdem wir Wind- und Wetterdaten noch einmal aktualisiert haben. Wind und Wetter sind zunaechst gut. Und wir haben sogar Anglergueck und fangen nach kurzer Zeit einen kleinen Fisch.

Etwas Sorge macht uns das Funkgeraet, mit dem wir von See aus Mails senden und empfangen und die Wetterberichte abfragen. Wir koennen nur anderen Funkverkehr hoeren. Trotz mehrfacher Versuche bekommt Hermann keinen Kontakt zur Seamail. Erst am dritten Tag, als Hermann nach langen Ueberlegungen das Geraet ausbaut um die Kontakte zu pruefen, entdeckt er einen losen Stecker und kann dann das Problem erfolgreich loesen.

Heute ist unser fuenfter Tag auf See und wir werden nachts oder frueh morgens unser Ziel, die Caleta Horno erreichen. Wir blicken zurueck auf fuenf Tage wechselnden Wind und Wetterverhältnisse. Es war so ziemlich alles dabei, von Sonne, Wolken, Regen und Gewitter und der Wind von Flaute – wir sind gestern von nachts um 2.00h bis mittags nur unter Motor gelaufen – bis Windstaerke 8 heute Nacht.

Mit dem Wetter wechselt der Anblick des Meeres. Es ist jeden Morgen anders, mal smaragdgruen, dann wieder stahlblau und wandelt sich im Abendlicht in ein Meer aus Quecksilber. Kleine Wellen, in der Flaute die lang gezogene wogende Duenung des letzten Sturmes im Sueden, die uns bis 2,50 m hochhebt und senkt, ohne dass man es wirklich wahr nehmen, windgetriebene Wellen bis 2 m und aufgewuehlte See mit Wellen und Schaumkronen die sich bis zu 4 m hinter uns auftuermen.

Uns begleiten Seevoegel, in den ersten zwei Tagen auch kurz mal Delphine. Wir sehen wieder einen Hai, Schildkroeten, weiter im Sueden treffen wir die ersten Robben und einen Pinguin. Immer wieder halten wir Ausschau nach einem Wal. Bisher ohne Erfolg. Auch andere Schiffe sehen wir nur auf dem Plotter. Sie sind zu weit weg fuer direkten Sichtkontakt. Nur einmal nachts hat Hermann einen Kreuzfahrer gesichtet, der in der Ferne hell erleuchtet Richtung Norden, Montevideo, faehrt.

 

Auf den Weg nach Süden von BA nach Ushuaia

Sonnabend, den 24.1.2015
Wir sind am Donnerstag morgen gegen 9.00 h aufgebrochen. Der angesagte, eigentlich für uns günstige Wind aus Nord-Ost drehte im Laufe des Tages mehrfach, teilweise bis zu 60 Grad auf Süd-Ost. Bis nachts um 12.00 h mussten wir so drei – vier Schläge machen, um um Puntas Piedra herum zu kommen, statt des geplanten direkten Törns. Außerdem frischte der Wind bis auf 32 Knoten auf und so kam Hermann erst nachts gegen 3.00 h etwas zum schlafen.
Am nächsten Morgen hatte uns dann auch endlich das braune Flusswasser des Rio de La Plata  hinter uns und es gab wieder sauberes klares Wasser. Hilde erholte sich sich etwas und war auch wieder ansprechbar ;-)
Von da an konnten wir die Reise etwas mehr genießen. Nachmittags haben wir bei traumhaften Atlantikwetter mit dem letzten “Landwasser” im Cockpit geplanscht und geduscht bis der Tank leer war und mit frischen Wasser aus dem Wasserbereiter wieder aufgefüllt werden konnte. Mit dem frischen Wasser schmeckt auch der Tee wieder besser.
Heute Morgen gegen 4.30 h kam dann Mar Del Plata in Sicht. Die Stadt ist mit rund 750 tausend Einwohnern größer als erwartet. Mir müssen warten, bis wir in den hiesigen Yacht Club Argentino eingelassen werden.  Insgesamt ist das Clubpersonal hier offenbar nicht so freundlich wie in Buenos Aires.

Und schon geht auch der Papierkrieg wieder los. Gleich geht es also wieder zur Präfektur. Danach wollen wir uns hier in der Stadt noch frischem Gemüse und Obst versorgen. Außerdem brauchen wir noch eine neue “Pütz” (Eimer), die ist uns unterwegs irgendwie verloren gegangen ;-)

Sonntag, den 25.1.2015

Am frühen Morgen fahren schon die ersten Sportfischer aus dem Hafen und wecken uns mit dem Geräusch der Motorboote. Überhaupt ist schon gestern den ganzen Tag ein  Kommen und Gehen im Hafen, besonders eben Angler mit ihren Booten, aber auch viele Segler, die nur für ein paar Stunden heraus fahren. Es ist hier viel lebhafter als in Barlovento oder in Buenos Aires im Yacht Club Argentino.

Nach dem Frühstück marschieren wir los, um bei besten sommerlichen Wetter noch etwas von der Stadt zu sehen. Wir wundern uns, das,  wo es eigentlich jetzt hier Hochsaison ist, doch relativ wenig Menschen unterwegs sind und die Häuser überwiegend unbewohnt wirken. Abseits von der staubigen und meistenteils aus geschlossenen und zu vermietenden Geschäften bestehenden Hauptstraße ist der Ort sehr gepflegt und ansprechend. Mit netten kleinen Geschäften, Eisdielen und Restaurants. Die an der Seaside gelegenen Hochhäuser sind von schön angelegten Grünanlagen umgeben und es führen parallel zur Küstenlinie mehrere Promenaden und Fußwege  weiter in die Stadt hinein. Auf unserem Rückweg gehen wir unten am Strand entlang und wundern uns immer noch darüber, wie wenig hier los ist. Einige hundert südamerikanische “Strandkörbe” (kleine Zelte ausgerüstet mit Tisch und Stühlen) stehen in Reihen bis zum Wasser, werden aber offenbar kaum genutzt. Dazwischen schmale Strandabschnitte “publico”, also öffentlich. Wir fragen nach, wie das denn mit der Buchung so eines “Strandkorbes” funktioniert und erfahren, das alles ausgebucht ist. Wir sind nur zu früh dran am Tag. Ab frühen Nachmittag ist der Strand von Menschen überlaufen und wer nicht gebucht hat, bekommt kaum einen Platz. Insgesamt haben wir den Eindruck eines netten Urlaubsortes, an dem auch sonst noch so einiges geboten wird, wie beispielsweise die Open Air Bühne in der Nähe des Hafens, wo jeden Abend von mittwochs bis sonntags Betrieb ist.
Im Laufe des Nachmittags beschließen wir, doch noch die Nacht zu bleiben und erst morgen früh weiter zu segeln.
Hermann nutzt den Nachmittag dazu, die Angelausrüstung auf Vordermann zu bringen und kauft noch einige Tools dazu. Na, wenn die Fische jetzt unterwegs nicht beißen und unsere Vorräte ergänzen … :-)

 

 

Neuer Saisonstart in Buenos Aires Neue Bilder von BA

Donnerstag, 08. Januar 2015
Das neue Crew-Mitglied Hilde reist an ……

Hermann und ich sind am Dienstag morgen gut in Buenos Aires angekommen.
Ich hatte am Montag vor dem Weiterflug nach Paris noch viel Zeit um mir etwas Amsterdam anzusehen. Die Innenstadt und Sehenswürdigkeiten sind vom Flugplatz ganz bequem mit der Bahn zu erreichen gewesen. Wenn man noch nicht dort war, absolut sehenswert.

In Paris habe ich dann Hermann getroffen und eine Sitzplatzänderung für den Flieger nach BA, damit wir auch wirklich gemeinsam fliegen konnten, war gar kein Problem. Wir hatten sogar im Mittelteil vier Sitzplätze nebeneinander – nur für uns – und ich habe mich praktisch wie im Bett ausstrecken können und die ganze Nacht geschlafen. Das war schon richtiger Luxus. Nur mit den vier Stunden Zeitumstellung komme ich noch nicht klar. Ich bin morgens um 4h wach – in Deutschland also 8h. Das wird wohl noch etwas dauern.

Unsere Ankunft in der Marina, in der die PACIFICO liegt, war dann etwas feucht. Sommergewitter mit viel Regen. Aber trotzdem warme Temperaturen und nicht so kalt wie in Deutschland.

Gestern haben wir dann angefangen, das Boot aufzuräumen. Ich habe zum Einzug freie Hand und darf räumen, wie ich möchte. Hermann hat gestern einen Tischler bestellt, damit ich auch noch zusätzliche Regale in den Schränken bekomme. Es wird sonst schwierig alles zu verstauen. Beide zusammen haben wir einfach zu viel Zeug ;-)

Das Boot ist toll. Ich freue mich schon darauf, wenn es dann nächste Woche hoffentlich losgeht. Für den Unterwasseranstrich muss PACIFICO noch aus dem Wasser. Aber hier in der Marina ist der Traktor kaputt, der benötigt wird, um das Boot herauszuziehen. Das dauert mindestens noch bis nächste Woche. Aber es ist auch so noch einiges zu tun, vom Einkaufen bis zu Behördengängen.

Das schöne ist, dass Hermann in Brasilien ein Seglerpaar, Javier und Graciella, in Brasilien kennen gelernt hat, die hier in BA wohnen. Gestern Abend haben sie uns abgeholt, wir haben haben etwas ‘sight-seeing’ gemacht und waren anschließend gemeinsam Essen. Die beiden sind sehr nett und ganz unkompliziert, sprechen aber nur Spanisch. Für Hermann nicht so problematisch, da er ja portugiesisch spricht. Was ich dann so gar nicht verstehe, kann er mir dann übersetzen :-)
Und nächste Woche sind wir bei den beiden zum 60. Geburtstag von Javier eingeladen. Ich bin schon gespannt, wie die Argentinos feiern.

Wenn wir uns hier so umschauen, könnte die Marina auch fast an der Schlei liegen, so grün und bewaldet ist es rund herum. Und gerade nachts und morgens völlig still. Die ersten Geräusche morgens sind der Vogelgesang bis es rundherum so langsam alles erwacht.

Freitag, den 9.1.2015
Es ist schon hilfreich Freunde vor Ort zu haben. Javier hat sich heute ausschließlich für uns Zeit genommen. Angefangen mit neuen Batterien für Pacifico, und wiegen um die 70 kg, die Glasflaschen füllen, zum Zoll und zur Präfektur, um die entsprechenden Genehmigungen einzuholen, das der Zollverschluss aufgehoben wird und das Boot nächste Woche für den Unterwasseranstrich aus dem Wasser darf. Das alleine war schon eine halbe Stadtrundfahrt. Dann ein Geschäft für die Farbe zu finden, für den Unterwasseranstrich, wo Qualität und Preis stimmen, Beizmittel für das Holz und noch so einiges. Ausserdem nicht zu vergessen Hildes Regale, die in den die Schränke eingebaut werden sollen. Der Tischler vor Ort war viel zu teuer. Also die günstigere Variante: selber bauen. Dafür ist Material vom Holzhändler erforderlich. Nur der Händler, den Javier vorgeschlagen hat, ist inzwischen in einen anderen Stadtteil gezogen. Und zwar gegenüber der Präfektur, bei der wir morgens schon waren. Also die Strecke wieder zurück. Dann erst einmal die schweren Batterien auf die Pacifico bringen, damit der Honda von Javier nicht all zu sehr leidet. Er ist schließlich nicht mehr der Jüngste. Und weiter geht es nach Belgrano, um die Körner für die Mühle zu besorgen. Denn das Brot wird ja selbst gebacken und dafür auch das Mehl selbst gemahlen. Und frisches Korn gibt es eben nur im “chinesischen” Viertel in Belgrano. Dort gibt es dann auch Haferflocken und Nüsse und was man sonst noch für ein Müsli benötigt. Wir nutzen auch gleich die Gelegenheit noch einmal einzukaufen. Jede Flasche , die wir nicht tragen müssen, erleichtert uns natürlich das Leben. Und wann haben wir schon einmal ein Auto mit Chauffeur, der uns bereitwillig durch die ganze Stadt fährt.
Ganz nebenbei gewinnt man vielfältige Eindrücke de Stadt. Der Vorort SAN Fernando wirkt sehr einfach. Viele kleine Handwerksbetriebe und Geschäfte prägen das Bild. Und bei einigen Geschäften muss man klingeln um eingelassen zu werden. Der Laden, bei dem wir die Glasflaschen füllen lassen, hat sogar den Tresen mit einem “Gefängnisgitter” vom restlichen Verkaufsraum getrennt. Das wirkt schon etwas seltsam. Die Straßen sind holprig, teilweise mit tiefen Schlaglöchern. Das braucht ein Auto schon gute Stoßdämpfer.
Dann fährt man in das Nachbarviertel nach Tigre und kommt in eine andere Gegend. Am Fluss wurde der Stadtteil offenbar neu geplant und touristisch in Szene gesetzt. Aus dem alten Casino und dem Park am Fluss wurde in 10 jährigen sanierungsarbeiten ein wunderschönes Kunstmuseum, dass vom Stil an das Schweriner Schloss erinnert. Auch die anderen gepflegten Gebäude in dem Viertel wirken eher europäisch mit englischem Tudor- oder fränzözischem Baustil.
Fährt man dann nach Belgrano ändert sich wieder das Bild. Die Gebäude werden höher, die Geschäfte luxuriöser. Hier ist die Metropole deutlich spürbar.
Als wir nach fast 8 Stunden endlich wieder an Bord sind mit all unseren Einkäufen und Erledigungen, sind wir ziemlich geschafft, aber auch glücklich dass wir heute so vieles erledigen konnten, was für unsere Weiterreise wichtig ist.
Nun sind wir gespannt. In der Marina findet heute Abend offenbar eine große Hochzeitsfeier statt. Wir hoffen auf ein nächtliches Feuerwerk, dass unsere so erfolgreichen Tag krönen würde.

Samstag, den 10.1.2015
Wer denkt, das Seglerleben ist einfach, der sollte mal ein paar Tage an Bord bei uns verbringen. Wir liegen hier in Barlovento nicht am Steg, sondern an Bojen. Eigentlich prima. Anderseits muss alles per Boot an Bord gebracht oder auch von Bord gebracht werden. Bei einen kleinen Mülltüte kein Problem. Mit 70 kg schweren Batterien ist das schon anders. Da haben Hermann und Javier gestern schon ganz schön ran müssen. Und heute hat Hermann nun die alten gegen die neuen Batterien getauscht. Schwerstarbeit unter Deck bei Temperaturen so um die 30 Grad. Wir sind froh, das alle Anschlüsse passen die Bord-Elektrik hinterher wieder einwandfrei funktioniert. Auch die Einkäufe von gestern sind jetzt alle für die nächsten Monate gut verstaut. Das kühle Bier anschließend ist mehr als verdient, auch für die Zuschauerin ;-)

Sonntag, den 11.1.2015
Heute kommen Javier und Graciella zu Besuch. Wir wollen Grillen und gemeinsam einen schönen Tag miteinander verbringen. Klar das wir morgens PACIFICO erst einmal auf Vordermann bringen. Wir wollen schließlich glänzen und freuen uns im Stillen später über Graciellas Bemerkung, man würde doch merken, dass jetzt auch ein Frau an Bord ist.
Wo wir noch nicht so richtig mit klar kommen, ist das Zeitgefühl der Argentinier: 12.00 h war vereinbart. Damit hatten wir aus der Erfahrung schon einmal nicht gerechnet sondern eher 12.30 h. Letztendlich kamen die beiden dann so gegen 13.30 h. Offenbar hat man hier etwas andere Uhren. Aber dem Salat und Fleisch macht das ja nichts aus. Es ist ein toller Nachmittag und das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.

Montag, den 12.1.2015
Es ist sonnig und heiß. Wir vertreiben uns die Zeit nach dem Frühstück mit Kleinigkeiten, weil es fehlt noch das Holz für die neuen Regale. Es können deshalb noch nicht alle Sachen untergebracht werden. Und als nächstes liegen die größeren Arbeiten an, für die PACIFICO jedoch aus dem Wasser muss. Also starten wir eine kleine Spritztour flussaufwärts und Hilde darf das erste Mal ans Ruder. Wir sehen vieles, was wir mit Javier und Graciella vom Land aus gesehen haben, jetzt vom Wasser aus, wie das alte Casino, das heute ein Kunstmuseum ist oder die alte Werft, auf der jetzt doch wieder gearbeitet wird. Wir wundern uns über die vielen Schrottkähne, die am Ufer vertäut, aber manchmal schon halb versunken im Wasser liegen. Wie lange die dort wohl schon liegen und wie lange die dort wohl noch liegen werden??? Bis sie ganz verrottet sind oder dann doch vorher entsorgt werden?
Wundérschön sind die Cottages mit ihren eigenen Bootsstegen, die zwischen den vielen Marinas liegen. Wir sehen viele große Hallen, in denen Motorboote gelagert werden. Bis zu 6 Reihen übereinander und sicherlich bis zu 15 – 20 Booten nebeneinander, die nach Bedarf über Lifte aus uns ins Wasser gebracht werden. Man könnte glauben, dass jeder Argentinier ein Boot hat.

Als wir nachmittags zurück sind, liefert uns der vereinseigene Hafentransfer, das Regalholz und die frisch gefüllte Gasflasche. Javier hat also Wort gehalten und die bestellten Sachen vorbei gebracht. Es ist schon toll, wenn man solche Freunde vor Ort hat. Und noch bevor es dunkel wird, sind die Regale fertig zugeschnitten und eingepasst.
Wir holen im letzten Tageslicht noch die Genua herunter. Denn morgen früh wird um 8.00 h gekrant und PACIFICiO aufs trockene gesetzt, und dafür muss aus Sicherheitsgründen die Genua runter.
So gibt es erst um 22.00 h Abendessen vom Grill.

Dienstag, den 13.1.2015
Wir stehen früh auf, denn um 8.00h kommt PACIFICO aus dem Wasser. Es ist Hochwasser. Höher als normal. Und Hermann muss das Kajak benutzen um die Landanschlüsse, Wasser und Strom, einzuholen, bevor wir zum Kran fahren. Es regnet. Und bei Regen wird in Argentinien offenbar nicht gekrant. Wir drehen eine Runde über den Fluss und sehen ein weiteres Schiff, das auch unverrichteter Dinge vom Kran zurück kommt. Als wir wieder an der Boje liegen, verstärkt sich der Regen noch. Sintflut !!!!! Und das Wasser steigt weiter. Selbst der Otter am Ufer und die Ente, die uns heute Morgen begrüßt haben, haben sich jetzt verzogen. Da bleibt nur Teetrinken und darauf hoffen, das es nachmittags besser wird.
Und es hat tatsächlich aufgehört zu regnen. Gegen 14.30 h geht PACIFICO doch heute noch aus dem Wasser. Es ist schon spannend, wie das so geht, wenn man es noch nicht erlebt hat. Jetzt pausiert PACIFICO auf 4 alten Fässern und diversen Baumstämmen und Hölzern. Wir können mit den Arbeiten loslegen.

Mittwoch, den 14.1.2015
Nachdem gestern PACIFICO aus dem Wasser gekommen ist, hochdruckgereinigt und Seepocken abgespachtelt, geht es heute früh gleich ans Werk. Zunächst noch einmal alles genau anschauen – Mängel, die noch nicht gesehen wurden? Darüber fällt das Frühstück flach und es gibt nur Tee und einen vorläufigen Tagesplan. Am Ruder muss am unteren Ende ein kleiner Defekt mit Kunststoff gespachtelt werden. Die aufgefressene Anode am Propeller hat Hermann gestern schon abgebaut. Ein neues Seeventil für den Wassermacher soll gebohrt werden. In Höhe der Wasserlinie haben sich kleine Bläschen gebildet. Gott sei Dank nur in der Farbe, also nicht die gefürchtete Osmose. Die Seepocken haben kleine kalkreiche Ringe hinterlassen. PACIFICO soll einmal angeschliffen werden – per Hand. An der Welle hat sich ein Simmerring gelöst, den Hermann aber wieder eindrücken kann. Die Frage ist, ob das hält oder eine größere Reparatur fällig ist.
Wir sind glücklich, als wir uns um 13.30 h hinsetzen – alles erledigt inclusive einem ersten von drei neuen blauen Unterwasseranstrichen. Wir sind so gut vorangekommen, dass wir wohl am Freitag wieder ins Wasser können.
Das wir gearbeitet haben, kann jeder sehen. Wir sind überwiegend blau und zwar von Kopf bis Fuß. Hermann sagt ” das dauert ein paar Tage , bis das wieder ab geht!!!” Na, da werden die anderen Geburtstagsgäste Morgen Abend aber gucken, von welchen Stern wir wohl kommen! :-)

Donnerstag, den 15.1.2015
Heute Morgen ist draußen alles nass vom Regen. Und es sieht weiter nach Regen aus. Also lassen wir uns beim Frühstück etwas mehr Zeit und warten erst einmal ab. Es kommen aber nur ab und zu ein paar Tropfen vom Himmel.
Hermann hatte gestern Abend noch einen kleinen Unfall und hat sich eine Rippe geprellt, als er über eine der alten Batterien gestolpert ist. Gott sei dank ist nicht mehr passiert. Es ist wohl auch so schon schmerzhaft genug. Also beseitigen wir erst einmal die Unfallquelle. Die 70 kg Batterien werden mit Flaschenzug, den Hermann am Großbaum befestigt, über Bord gehievt und zu Boden gelassen. Für den Abtransport müssen wir uns dann noch etwas überlegen.
Bis mittags hat PACIFICO zwei weitere Unterwasseranstriche und die Regale ihre erste Lackschicht. Und auch die Sonne lässt sich jetzt wieder blicken, so das wir auch am Nachmittag noch ein wenig weiter werkeln können.

Javier’s Geburtstagsfeier
Ein Freund von Javier und Graciella wird uns abholen. Um 20.30 h. Wir überlegen wie pünktlich das wohl sein wird und ob es nach unseren Erfahrungen mit dem argentinischen Zeitgefühl dann nicht wohl eher 21.00 h sein wird;-)
Um so überraschter sind wir, als wir pünktlich am vereinbarten Treffpunkt dann schon ein wartendes Auto vorfinden. So etwas gibt es also auch! die Fahrt in den Stadtteil Bella Vista geht über Tigre und dauert fast eine ganze Stunde. Gott sei dank wohnt er nicht nich weiter weg.
Die Häuser und Straßen wirken noch einfacher, als schon in SAN Fernando. Um so gespannter sind wir, was uns erwarten wird und wie Javier wohnt. Sein Haus mit den dahinter liegenden Gartengeräten und Pool entpuppt sich als kleine Perle in dem doch eher etwas unscheinbaren und nicht so einladenden Viertel. Wir werden wie alte Freunde begrüßt und willkommen geheißen. Die Gäste sind eine Mischung aus Familie, Freunden und “Seglern” in allen Altersklassen. Und gesprochen wird Spanisch, Englisch, Portugiesisch, Französisch und auch manchmal Deutsch. Und Javier und Graciella haben richtig aufgetischt: verschiedene Pasteten, Vitello Tonato (Kalbfleisch mit Thunfisch), eingelegte Rinderzunge, Salate, Käse, Brötchen, in die man die Fleischscheiben legt, kleine geröstete Brotscheiben mit Kräutern, Pommes grill Würste und Fleisch, Eis, Kuchen und Geburtstagstorte. Wer hier nicht satt wird, ist wirklich selbst schuld ;-)
Es ist ein wirklich netter Abend mit vielen Gesprächen und Späßen in den unterschiedlichen Sprachen. Gegen 2.00h morgens verabschieden wir uns von jedem Gast mit Küsschen und freuen uns, dass wir einen so schönen Abend erlebt haben.

Freitag, den 16.1.2015
Heute Morgen um 7.00 h wurden wir quasi durch die Arbeiter aus dem Bett geworfen, die die verschiedenen Stützen unter PACIFICO versetzen, damit wir auch noch die restlichen Stellen streichen können.
Hermann macht sich auf den Weg, die nächsten Behördengänge zu erledigen, damit PACIFICO dann morgen wieder ins Wasser darf. Es ist schon problematisch, die Unterlagen vom Club zu bekommen, weil der Verantwortliche nicht da ist und trotz Absprache offenbar nichts vorbereitet hat. Dann folgt wieder das Ping-Pong-Spiel zwischen Zoll und Präfektur. Und obwohl Hermann hierin inzwischen richtig Übung hat, dauert es dennoch ein paar Stunden bis er wieder da ist. Wie macht das nur jemand mit geringeren Sprachkenntnissen???!!!
Es sind noch ein paar kleinere Arbeiten zu erledigen und dann noch den Rumpf polieren und anschließend wachsen und polieren. Die Propeller Anode wird erst morgen angebaut. Wer weiss schon, wer so ein spezielles Teil gut gebrauchen kann, das hier schwer bzw. gar nicht zu bekommen ist. Bis morgen früh um 14.00 h soll alles fertig sein. Dann geht es zurück ins Wasser.

Sonnabend, den 17.1.2015
Um 6.00 h früh ist Hermann schon draußen, um die Steuerbordseite von PACIFICO zu polieren. Vor dem Wassern soll auch noch eine Wachsschicht drauf. Das geht zu zweit dann ziemlich flott, wie wir feststellen. Noch am Kran hängend prüft Hermann, ob das neue Loch im Rumpf für den Wasserbereiter wirklich dicht ist. Alles gut.
Und dann beeilen wir uns, an die Boje zu kommen. Javier und Graciella, Fernando sowie ein französischer Ehepaar warten auf uns im Clubrestaurant zum Churrasco und Wein. Wir verbringen zu siebent ein angenehmen Nachmittag, den wir auf dem Boot, vier Liegeplätze neben PACIFICO ,ausklingen lassen. Auf dem Weg dorthin laden wir die Weinladung für die nächsten Monate, die Javier mitgebracht hat, schon mal auf dem Boot ab. Verstauen tun wir das abends mit den Aufräumarbeiten, die noch vom Kranen übrig sind.

Sonntag, den 18.1.2015
Wir hätten heute ausschlafen können, stehen aber trotzdem schon früh auf. Bis mittags ist das Deck geschrubbt, alles Werkzeug weggeräumt und die ersten Gulaschkonserven für die Reise gekocht. Wir lassen es uns noch einmal gut gehen und gehen zum Chrurrasco ins Restaurant, bevor wir heute noch weitere Vorräte einkaufen.
Wir haben in den letzten 12 Tagen viel geschafft. PACIFICO hat neue Batterien bekommen, Ölwechsel, einen neuen Unterwasseranstrich, wurde poliert und gewachst, viele weitere kleine Reparatur- und Wartungsarbeiten. Und nicht zu vergessen neue Schrankregale für Hilde.
Es war eine schöne Zeit hier im Club Barlovento in San Fernando, die jetzt zu Ende geht. Morgen geht es dann ins Zentrum in den Club Argentino.

Montag, der 19.1.2015
Heute geht es los Richtung Süden. Erster Zwischenstopp, bevor es nach Mar del Plata weiter geht, ist Buenos Aires City, Yachtclub Argentina. Doch als wir morgens wach werden regnet es in Strömen. Während wir auf besseres Wetter hoffen und auch noch auf Javier warten, erledigen wir die letzten Arbeiten, die noch übrig geblieben sind, nachdem wir wieder ins Wasser gekommen sind. Gegen Mittag scheint es endlich etwas auf zu klaren. Und Javier kommt endlich. Der hat offenbar auch gewartet, dass es trocken wird. Es ist schon fast 3 Uhr, bis wir endlich los kommen um noch zu tanken. Rund 500 Liter Diesel soll PACIFICO für die Fahrt nach Süden aufnehmen. Nur die Tankstelle, die wir anlaufen, ist geschlossen. Wir beschließen es direkt in BA noch einmal zu versuchen.
Der Club Barloventa hat uns in Buenos Aires angekündigt. Es gibt deshalb keine Probleme mit einem Liegeplatz und das Wassertor zum Yachtclub Argentino wird uns ohne Diskussion direkt geöffnet. Der Service hier ist sehr zuvorkommend und das festmachen dadurch ein Kinderspiel.
Dienstag, den 20.1.2015
Der heutige Tag ist Buenos Aires gewidmet. Wir machen uns zu Fuß auf in die Innenstadt, die nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt liegt. Im Umfeld des Hafens sind in den letzten Jahren viele moderne  Hochhäuser entstanden, die auch optisch BA den Flair einer Metropole geben, denn jedes ist offenbar einzigartig und hat bestimmt einen Architektenpreis gewonnen.
Die City hat natürlich unendliche Einkaufsmöglichkeiten und ist das reinste Shopingparadies. Schwer für “Frau” sich da zurück zu halten ;-)  Wir legen in einem Cafe eine Pause ein und beschließen, dass es am Besten ist, eine Stadtrundfahrt per Bus zu machen. Nachdem wir die Ticckets hierfür erstanden haben, müssen wir jedoch an der Bushaltestelle rund eine Stunde und diverse Busse anstehen, wobei man scheinbar bestimmte Uhreziten mit dem Ticket buchen konnte. Das System erschließt sich uns einfach nicht. Aber irgendwann sitzen wir dann doch im Bus, obere Etage unter freiem Himmel, und haben dreieinhalb Stunden Stadtrundfahrt vor uns. Die Stadtteile, durch die wir fahren, sind sehr unterschiedlich – wie zu erwarten. BA besteht aus 48 verschiedenene Bezirken, die aus der Föderation der unterschiedlichen Dörfer, Orte und Städte hier im Umfeld entstanden ist. La Boca gefällt uns am wenigstens. Mehr wie Slums und wir steigen auch nicht aus, um die Pause in dem angepriesenen Restaurant für ein Getränk zu nutzen. Aber insgesamt ist die Stadt durch die Breite der Straßen großzügig angelegt. Die älteren Häuser sind überwiegend zweigeschossig mit Balkonen und nachträglich Airkondition. Zwischen zwei Hochhäusern, wie eingeklemmt, eine kleine alte Kirche. So finden sich fast überall unterschiedliche Stilrichtungen miteinander verbunden, an denen man auch die Bauzeit erkennen kann. Nach dem Bericht des Stadtführers könnte man glauben, das BA erst im 19ten Jahrhundert entstanden ist. Doch hin und wieder kommt dann doch ein Hinweis auf ein Gebäude aus dem 16ten Jahrhundert. Es ist eben Südamerika und nicht Europa, wo historische Gebäude nicht so ungewöhnlich sind. Insgesamt finden wir die Metropole schön mit ihrem Flair der südländischen Lebensweise.
Mittwoch, den 21.1.2015
Heute steht der nächste Behördengang an: bei der Präfektur die Abreise nach Mar del Plata anmelden. Im November hat Hermann das teilweise mit dem Taxi erledigt. Da er jetzt ortskundig ist, gehen wir die halbe Stunde zu Fuß und kaufen auf dem Rückweg noch einmal Obst und Gemüse ein. Am meisten Sorgen macht uns jetzt noch das Tanken. Der Yachtclub hat eine eigene Tankstelle. Wegen der Tankmenge und auch wegen der Bezahlung gibt es einige Diskussionen. Wir überlegen schon, welche Alternativen es gibt, um an die benötigte Menge Diesel zu kommen. Wir sind froh, als sich letztendlich herausstellt, dass wir volltanken können und nur die Bezahlung in zwei Schritten erfolgt: Die erste Hälfte vor dem Tanken, der Rest danach. Was auch immer der Hintergrund für diese komplizierte Art ist, wir sind eben nicht in Deutschland. Und Hauptsache, wir haben jetzt die Tanks für Patagonien gefüllt, damit es Morgen früh, wenn die Windrichtung, wie vorausgesagt stimmt, losgehen kann.

 

Buenos Aires Neue Bilder aus Uruguay!

Um 11:00 Ortszeit laufen wir in den Yacht Club Argentina ein! Ein Luis hatte mich angemeldet, wie weiß ich nicht, er ist kein Mitglied!! Aber viele wußten, dass wir kommen!!
Etwa eine Std. nachdem wir fest lagen, kam Luis vorbei!! Er hat mir sehr freundlich einen Stadtplan, Karte für den öffentlichen Nahverkehr und 500 Pesos mitgebracht!! Wir sind dann zum Reden in das Club Bistro gegangen, da ich an Bord kein Bier mehr habe!! Luis will sich auch um allerlei Dinge für mich erkundigen!! Luis habe ich in Punta Del Este kennengelernt, weil er einen Wasserschlauch brauchte, und sich meinen geborgt hat. Er hatte selbst eigene Boote, jetzt ist er aber nur noch Mitsegler! Das Wasser hier ist sehr braun und unansehnlich!!
Mo.24.11. Morgens habe ich einen Stadtrundgang gemacht. Die Stadt ist sehr europäisch, sehr sauber!! Die Hochhäuser, erscheinen alle sehr gepflegt. Im Hafengebiet gibt es eine Art “Hafencity” zum verwechseln ähnlich!!!
Freitag, den 28.11. gestern sind wir vom YCA nach Barlovento umgezogen. Hier soll PACIFICO den Dezember über liegen!!
Am Dienstag, habe ich mit Emiliano Kontakt gehabt, und ihn gebeten im Büro auf mich zu warten, um die Tasche in Empfang zu nehmen!! Nach einer Std. Taxi haben wir es gefunden, und tatsächlich die Tasche bekommen!!! Sie war in Platik eingewickelt, verplombt und mit etlichen Reisestreifen versehen!! An Bord habe ich sie erstmal abgestellt und bin im Bistro ein Bier trinken gegangen!!! Da habe ich mich mit Luis zum Abendessen verabredet, die Tasche sollte gefeiert werden!!
So haben wir es gemacht, ohne dass ich die Tasche geöffnet habe!!! Der Abend mit Luis war sehr nett!! Gegen 23:00 haben wir uns vor dem Lokal getrennt, ich bin mit einem Taxi zum Yachtklub gefahren!
Mittwoch habe ich die Tasche ausgepackt! Es ist alles da, was drinnen sein sollte!! Die Tasche ist an einer Ecke aufgeplatzt, das sehe ich aber als Produktfehler der Tasche!!
Meine Theorie: die Tasche enthielt etliche Kabel aus Kupfer, in beträchtlicher Menge!! Und ein Autoradio, und auch einige Kartuschen Silikon!! Das hat auf dem HH Flughafen zu einer Gepäckkontrolle geführt, wodurch die Tasche den Flieger verpasst hat!! Außerdem haben die Kontrolleure eine Teepackung aufgeschnitten, und diese nicht wieder verklebt!!! Das führte dazu, dass einiges der Wäsche wie paniert war!! Eine echte Sauerei!!!
Wie auch immer, ich bin glücklich, die Tasche wieder zu haben!!
Heute, Freitag habe ich morgens damit angefangen die Fenster mit dem Panthera abzudichten. Nachher setzte ich die Rahmen noch ein!! Morgen Abend soll es Regnen, dann sehe ich ob sich die Arbeit gelohnt hat!!
Diese Meldung kommt, wenn auch etwas verzögert auf Drängen einer sehr guten Freundin!! Hahahaha
Dienstag, der 2.12. hier im Club habe ich nun 3 Tage auf den Zoll gewartet! Nach einer Sichtprüfung sind die Zöllner wieder abgezogen. Ich solle nochmal zum Zoll, dann zur Prefektur, und wieder zum Zoll!! Mit Taxi kein wirkliches Problem, aber es hat 1,5 Std gedauert! Nun sind meine Papiere für die Reise morgen fertig!!
Pacifico macht wieder eine einmonatige Pause! Am 6.1. komme ich wieder aufs Boot!